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Fast jedes zweite Kind – insgesamt 47,5 Prozent –, das in Hagen im vergangenen Schuljahr eine Schule besucht hat, hat eine sogenannte Zuwanderungsgeschichte. Das bedeutet, dass es selber oder mindestens einer seiner Elternteile nicht in Deutschland geboren wurde. Außerdem fließen in die Zahl alle Familien ein, bei denen zu Hause in der Familie kein Deutsch gesprochen wird.

Unter den 7.090 Grundschüler:innen in Hagen fallen sogar 60,3 Prozent, also 4.275 Kinder, unter diese Kriterien. Damit besuchten 2019/2020 nicht nur insgesamt rund 300 Kinder mehr eine Hagener Grundschule als noch im Schuljahr 2016/2017 – der Anteil von denen mit Zuwanderungsgeschichte ist auch um rund drei Prozent gestiegen.

Dass eine Zuwanderungsgeschichte oft mit schlechteren Bildungschancen einher geht, zeigt ein Blick in die einzelnen Schulformen: Die Kinder und Jugendlichen stellen mit 660 gleich drei von vier (77,1 Prozent) der nur noch 855 Hauptschülerinnen und -schülern in Hagen. An den Hagener Gymnasien – der mit Abstand am häufigsten besuchten weiterführenden Schulform – haben hingegen lediglich 39,1 Prozent (1.990 von 5.090) einen entsprechenden Hintergrund. An den Gesamtschulen sind es 2.120 (55,1 Prozent), an der Sekundarschule 680 (69,3 Prozent) und auf den Realschulen 1.150 (59,5 Prozent). An den Berufsschulen in Hagen liegen der Anteil mit 3.070 von 9.485 nur bei einem knappen Drittel bzw. lediglich 32,4 Prozent aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

In den Zahlen leider nicht enthalten sind Kinder und Jugendliche, die die Waldorfschule und das Rahel-Varnhagen-Kolleg besuchen.

„Förderschule“ bezieht sich auf Förderschulen der Ausrichtung „Grund- und Hauptschule“.

Landesweit vorne

In nur fünf der andere 22 kreisfreien Städte und in keinem Landkreis in NRW gab es mehr Schüler:innen mit Zuwanderungsgeschichte als in Hagen. Lediglich in Gelsenkirchen (53,3 Prozent), Wuppertal (53,0 Prozent), Leverkusen (50,4 Prozent), Bielefeld (49,0 Prozent) und Remscheid (48,5 Prozent) lag der Anteil höher.

In unserer unmittelbaren Nachbarschaft hatten im vergangenen Schuljahr in Dortmund 47,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen in den Grundschulen und weiterführenden Schulen eine Zuwanderungsgeschichte. Im Märkischen Kreis waren es 41,6 Prozent, im Kreis Unna 36,2 Prozent und im Ennepe-Ruhr-Kreis mit 33,7 Prozent gar nur ein Drittel.

Im Schuljahr 2019/2020 gab es insgesamt 924.965 Kinder und Jugendliche, die in Nordrhein-Westfalen eine Schule besuchten und nicht in Deutschland geboren wurden und/oder ein im Ausland geborenes Elternteil haben und/oder bei denen daheim kein Deutsch gesprochen wird. Das sind 38,2 Prozent von insgesamt 2.424.400 Schüler:innen.