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Ministerpräsident Armin Laschet hat in einer Videokonferenz mit den Oberbürgermeister:innen und Landrät:innen in Nordrhein-Westfalen am gestrigen Freitag bekanntgegeben, dass seit heute um 0 Uhr neue Regeln für das öffentliche Leben im Bundesland gelten sollen. Christoph Gerbersmann, Stadtkämmerer und Erster Beigeordneter der Stadt Hagen, hat in Stellvertretung für Oberbürgermeister Erik O. Schulz an der Telefonkonferenz teilgenommen.

Die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW gilt seit Samstag, 17. Oktober, um 0 Uhr. Eigentlich. Denn da das Land den Städten vorgibt, die Verordnung am nächsten Werktag umzusetzen, will die Stadt Hagen dies auch erst ab Montag tun.

Ab sofort gibt es in NRW sogenannte „Gefährdungsstufen“. Wenn in einer Stadt oder in einem Landkreis in den vergangenen Tagen mehr als 35 Personen auf 100.000 Einwohner:innen neu mit einer Covid-19-Erkrankung erfasst wurden, gilt die Gefährdungsstufe 1, bei mehr als 50 Neuerkrankungen dann entsprechend die Stufe 2. Damit haben die 7-Tages-Werte nun festgeschriebene und sofortige Auswirkungen, während sie bislang eher als Richtwerte dienten.

In Hagen ist noch mehr erlaubt

Hagen liegt bereits seit zehn Tagen oberhalb der Inzidenz von 50 und hat am Donnerstag schon verschärfte Regeln eingeführt, die ihr hier noch einmal nachlesen könnt. In einigen Punkten liegen diese jedoch unter dem, was das Land NRW von Kommunen der neuen Gefährdungsstufe 2 fordert – und was ab zehn Tagen oberhalb der 50er-Marke sogar noch weiter verschärft werden müsste.

So gilt in der Hagener Gastronomie eine Sperrstunde von 1 bis 6 Uhr und in derselben Zeit auch ein Verbot für Alkoholverkauf an Kiosken und Tankstellen. Das Land fordert hier einen Zeitraum von 23 bis 6 Uhr, der dann auch in Hagen ab kommender Woche gilt.

Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt bei der zulässigen Höchstpersonenzahl, die an privaten Feiern teilnehmen darf. Während in Hagen bis zu 25 Personen Party machen dürfen, fordert das Land eine Obergrenze von 10 Menschen.

Zahlen steigen wieder

In Hagen sind – stand heute – vom Landeszentrum Gesundheit (LZG NRW) 200 akute Covid-19-Erkrankungen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 62,5.

Mit einem gestern verstorbenen Mann zählt Hagen nun 15 Tote, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Die Stadt Hagen hält hier übrigens, wie auch die Lokalredaktionen der Funke-Mediengruppe (WP/WR und Radio Hagen), hartnäckig an einem Wert von 10 Personen fest, die „an“ Covid-19 starben – im Gegensatz zu 5 Menschen, die „nur“ mit der Krankheit ihr Leben ließen. Ein beschönigendes Narrativ, das so von fast allen Expert:innen und auch der Bundesregierung abgelehnt wird. Noch im August belegte eine Studie des Deutschen Pathologenverbandes, dass viele „mit“ in Wahrheit auch „an“ Todesfälle waren.

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