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Bei ihrer Sitzung am Mittwoch, 25. November, hatte die Bezirksvertretung Hagen-Mitte auch einige Themen aus Wehringhausen auf der Agenda. Eines davon war die Feuerwache Mitte an der Lange Straße, gleichsam Wahrzeichen wie auch Tor unseres Viertels.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und nicht nur für einen zeitgemäßen technischen Betrieb einer Berufsfeuerwache in einer Großstadt ungeeignet – durch die baulichen Umstände müssen auch die Feuerwehrleute unter teils unwürdigen Bedingungen arbeiten.

Ein neuer „Brandschutzbedarfsplan“ für die Stadt Hagen wird nun wohl das Schicksal des maroden Baus besiegeln. Stadt bislang zwei Hauptfeuerwachen (Wehringhausen und Hohenlimburg) soll es in Hagen künftig vier Standorte der Berufsfeuerwehr geben, von denen kleinere taktische Einheiten schneller am Einsatzort sein können.

Neben Hohenlimburg (Ost) sollen die neuen Standorte Mitte/Süd, vermutlich an der Frankfurter Straße in Oberhagen, sowie Nord in Eckesey entstehen. Für das westliche Hagen soll das Gerätehaus an der Tückingstraße genutzt werden, in dem derzeit die Freiwilligen Feuerwehren Haspe, Tücking und Wehringhausen untergebracht sind. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus unserem Viertel müssen dann erneut umziehen – in die neue Wache in Oberhagen.

Jahrelanger Rechtsstreit: Aldi will nach Haspe

Ebenfalls auf dem Tagesplan der Bezirksvertretung Mitte standen die Aufhebung der Bebauungspläne für zwei Gewerbegebiete entlang der L700 an Berliner Straße und Wehringhauser Straße im Bereich von etwa Mercedes Jürgens in Kückelhausen bis zum derzeitigen Standort von Aldi in Wehringhausen.

Nötig wurde diese Aufhebung durch ein Gerichtsverfahren: Bereits 2015 hatte Aldi einen Bauantrag gestellt. Genau auf der Grenze zwischen Wehringhausen und Haspe, zwischen „Best Carwash“ und „B1 Baumarkt“, wollte der Konzern einen neuen 1.200 Quadratmeter großen Standort mit 118 Parkplätzen als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Markt an der Wehringhauser Straße errichten. Doch die Stadt lehnte den Antrag mit Hinweis auf einen Bebauungsplan von 2011 ab. Demnach wäre die Neuansiedlung von Einzelhandel in diesem Bereich nicht erlaubt gewesen, um so die Geschäfte in den umliegenden Stadtteilzentren und der Innenstadt zu schützen.

Aldi zog vor Gericht und ging durch mehrere Instanzen bis vor das Oberverwaltungsgericht NRW, das im Juli 2019 schließlich urteilte: Der Bebauungsplan ist ungültig, die Begründungen der Stadt sind nicht ausreichend.

Und wie geht es jetzt weiter? Aldi-Unternehmenssprecher Dr. Axel vom Schemm teilte mir auf meine Nachfrage mit, eine ersatzlose Schließung des Marktes an der L700 sei zwar nicht geplant. Dass sich der Markt aber mittelfristig in unserem Viertel hält, scheint unwahrscheinlich. Schemm: „Wir prüfen derzeit ein Engagement an mehreren Standorten in Hagen-Haspe.“ Der Prüfungs- und Abstimmungsprozess sei jedoch komplex und würde mindestens noch bis September 2021 andauern. 

Die Stadt Hagen will derweil ein Gutachten für das Gebiet erstellen lassen und darauf basierend einen neuen Bebauungsplan anfertigen.


Verwendete Quellen:

  • Bürgerinformationssystem der Stadt Hagen
  • NRWE – Rechtsprechungsdatenbank der Gerichte in Nordrhein-Westfalen
  • Eigene Recherchen vor Ort
  • Michael Kaub (Pressesprecher der Stadt Hagen)
  • Dr. Axel vom Schemm (ALDI Einkauf GmbH Co. oHG Essen, Abt. Marketing & Communications)

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