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Bereits vor einigen Wochen wurde bundesweit der Aufruf #ZeroCovid gestartet. Dieser fordert einen kurzen, zeitlich begrenzten, dafür absolut umfassenden Lockdown in ganz Europa. Ziel ist es, die Zahl der Corona-Neuinfektionen möglichst komplett auf 0 zu senken.

Zu den Erstunterzeichnenden des Aufrufs zählen viele – auch bekannte – Personen aus Medizin, Wissenschaft, Medien, Kultur und Politik. Mittlerweile unterstützen in Deutschland über 100.000 Menschen die Aktion, die sich wiederum an einem Aufruf von Wissenschaftler:innen aus ganz Europa orientiert.

Auch in Hagen haben sich nun mehrere Initiativen zusammengetan, um zu #ZeroCovid aufzurufen. Dabei sind bislang Seebrücke Hagen, Ende Gelände Hagen, Hatopia, der Wehringhauser Kulturraum Cepulse, Die Falken Hagen und der Arbeitskreis Antifaschismus Hagen.

Europäische Lösung

#ZeroCovid fordert eine gesamteuropäische Lösung, um so einen „Ping-Pong-Effekt zwischen den Ländern und Regionen zu vermeiden“. Außerdem sollen nicht nur auf eine immer wieder verlängerte, unbestimmte Dauer Kultur, Gastronomie, Sport und Einzelhandel schließen – sondern zeitlich begrenzt möglichst alle Wirtschaftsbetriebe, Firmen und Büros.

Warum das wirksam sein könnte, lässt sich derzeit etwa im Nordosten Bayerns gut beobachten. Nach massiven Ausbrüchen der Virusmutation B.1.1.7 in Tschechien wurde diese durch Berufspendler:innen an Arbeitsplätze in Deutschland gebracht und von dort schnell verbreitet. Stand heute sind in einigen Landkreisen im Grenzgebiet beinahe 100 Prozent der Stichproben positiv auf B.1.1.7. Während aber die Bevölkerung unter immer strengeren und längeren Einschränkungen insbesondere im Kultur- und Freizeitleben leiden muss, gehen die wirtschaftlichen Tätigkeiten und der Berufsverkehr jedoch nahezu ungehindert weiter.

Um die Folgen für die betroffenen Arbeitskräfte und Wirtschaftsbetriebe, aber auch die Menschen generell, zu minimieren, fordert #ZeroCovid eine unbedingte Solidarität. Im Aufruf heißt es: „Niemand darf zurückgelassen werden.“ Das bedeutet neben einer finanziellen Absicherung auch eine besonders gute Betreuung von Personen mit Hilfsbedarf, ob nun Kinder, Obdachlose, Kranke oder Geflüchtete. Finanziert werden soll dies solidarisch durch eine europaweite Abgabe auf hohe Vermögen, Unternehmensgewinne, Finanztransaktionen und die höchsten Einkommen.

Solidarisches Gesundheitssystem

Weiterhin fordert die Initiative den Umbau des Gesundheitssystem weg von seiner derzeitigen Gewinnorientierung hin zu einer Ausrichtung am Gemeinwohl. Auch Impfstoffe sollen als globales Gemeingut gelten und allen zur Verfügung stehen – und nicht wie derzeit zwar durch öffentliche Gelder finanziert werden, dann aber Milliardengewinne für einzelne Unternehmen generieren.

Wer den Aufruf #ZeroCovid unterzeichnen möchte, erhält dazu die Möglichkeit auf der entsprechenden Internetseite. Dort gibt es auch weitere Informationen zur den Forderungen. Initiativen, die sich dem Hagener Aufruf anschließen wollen, können sich per E-Mail bei der Seebrücke Hagen melden.


Verwendete Quellen: