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Alle Zahlen dieser Woche sind mit Vorsicht zu betrachten: Aufgrund der Feiertage und Ferien ist von weniger Arztbesuchen, Proben und Laboruntersuchungen auszugehen – wodurch auch die gemeldeten Infektionen vermutlich zu niedrig ausfallen. Nichtsdestotrotz gibt es auch in dieser Woche wieder Positives zu melden. So nehmen die Impfungen gegen COVID-19 in Hagen weiterhin an Fahrt auf. Innerhalb einer Woche haben knapp 8.000 Menschen in unserer Stadt die erste und immerhin rund 2.000 auch die zweite Schutzimpfung erhalten. Mehr als jede zehnte Erstimpfung ist bereits in den hausärztlichen Praxen erfolgt. Und in Hagen stehen weiterhin Impftermine für Personen ab 75 sowie viele Berufsgruppen zur Verfügung. Um die Infektionszahlen weiter in den Griff zu bekommen, findet in der kommenden Woche der Schulunterricht ausschließlich in Distanz statt, Kitas in Hagen verbleiben im Pandemiebetrieb.

Grafik: Stadt Hagen

Aus der fünften umfassenden Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen, die diesmal für den Zeitraum von 31. März bis 6. April vorliegt, geht hervor, dass der Anteil des „diffusen“ Infektionsgeschehens weiter zugenommen hat: Bei drei von zehn Fällen bzw. 30,7 Prozent (Vorwoche: 25,4 Prozent) aller Infektionen konnte die Quelle der Ansteckung durch die Behörden nicht ermittelt werden. 4,7 Prozent (Vorwoche: 6,8 Prozent) der Personen steckten sich am Arbeitsplatz an, 3,3 Prozent (Vorwoche: 4,3 Prozent) sind trotz der Osterferien auf Schule oder Kita zurückzuführen. Nur noch 1,0 Prozent (Vorwoche: 3,5 Prozent) der Infektionen erfolgten im medizinischen bzw. pflegerischen Bereich. Mit 60,3 Prozent (Vorwoche: 60,1 Prozent) erfolgten weiterhin die meisten Ansteckungen nachweislich im privaten Umfeld, also zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund:innen und Verwandten.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger:innen in NRW haben die Möglichkeit, einmal pro Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in einer stetig wachsenden Zahl von Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer:s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss ein Labortest erfolgen.

In Hagen gibt es derzeit 24 Test-Center (Vorwoche: 20). Davon befindet sich leider weiterhin keines in Wehringhausen, jedoch mehrere in der Innenstadt sowie in Haspe. Eine stets aktuelle Liste mit allen Infos zur Terminvergabe gibt es auf hagen-testet.de.

Vom 31. März zum 6. April wurden an den Test-Centern insgesamt 9.368 kostenlose Schnelltests durchgeführt. Von diesen waren 80 positiv. Das positive Ergebnis wurde in 48 Fällen durch einen PCR-Test bestätigt.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Das RKI zählt mit Stand von heute 236 (Vorwoche: 379) Infektionen in Hagen innerhalb einer Woche, davon 4,2% (Vorwoche: 7,4%) Kleinkinder bis 4 Jahre; 15,3% (Vorwoche: 15,0%) Kinder von 5 bis 14 Jahre; 31,4% (Vorwoche: 28,8%) Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 34 Jahre; 36,4% (Vorwoche: 35,9%) Erwachsene von 35 bis 59 Jahre; 11,9% (Vorwoche: 11,6%) Ältere von 60 bis 79 Jahre sowie 0,9% (Vorwoche: 1,3%) Senioren über 80 Jahre.

In den vergangenen sieben Tagen wurden von der Stadt Hagen insgesamt 310 (Vorwoche: 381) Neuinfektion gemeldet. Die gemeldeten Fälle der Stadt und damit auch die Inzidenz unterscheidet sich mittlerweile wieder deutlich von den Angaben des RKI. In der Vergangenheit wurden diese Differenzen durch einen Verzug bei der Erfassung der Fälle verursacht. Das RKI berechnet seine Werte nicht anhand des Melde-, sondern des tatsächlichen Infektionszeitpunktes. Werden viele Fälle verzögert gemeldet, fließen diese in die Berechnung nicht mehr ein.

Die Wocheninzidenz liegt laut Zählung der Stadt Hagen heute bei 164,3 (Vorwoche: 201,9). Die gesunkene Inzidenz kann aktuell unter anderem damit zusammenhängen, dass über die Oster-Feiertage weniger getestet wurde. Aktuell gelten in Hagen 630 (Vorwoche: 722) Personen offiziell als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 593 (Vorwoche: 822) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

Nach Angaben des RKI liegt Hagen heut auf Platz 5 (Vorwoche: 3) der Städte/Kreise mit der höchsten Inzidenz in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit belegen wir Platz 64 (Vorwoche: 55) von 412.

In der vergangenen Woche sind in Hagen 4 (Vorwoche: 2) Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 267 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 18 (Vorwoche: 15) schwersterkrankte COVID-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 12 (Vorwoche: 7) invasiv beatmet werden mussten. Mit 21 wurden am Montag und Dienstag so viele COVID-19-Fälle auf den Hagener Intensivstationen behandelt, wie zuletzt Anfang Dezember 2020. Von den durchschnittlich 81 (Vorwoche: 82) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 6 (Vorwoche: 7) zur Verfügung, was 7,4 (Vorwoche: 11,0) Prozent entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 35.197 (Vorwoche: 27.226) Hagener:innen die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen. Die zweite Impfung haben 10.735 (Vorwoche: 8.197) Personen erhalten. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL in Alten- und Pflegeeinrichtungen enthalten. Zusätzlich sind aktuell ca. 4.000 Erst- und 2.000 Zweitimpfungen des Hagener Krankenhauspersonals direkt an dessen Arbeitsstellen erfolgt.

Im Hagener Impfzentrum stehen aktuell noch Termine für Personen ab 75 Jahren zur Verfügung. Diese können online vereinbart werden. Außerdem sind nun Impfungen für weitere Berufsgruppen möglich, so etwa Geistliche, Justizbeschäftigte, Bestatter*innen, Hebammen, medizinisches Personal das bspw. im öffentlichen Gesundheitsdienst und bei der Blut- und Plasmaspende tätig ist, Beschäftigte und andere Personen, die regelmäßig in Pflegeeinrichtungen oder der ambulanten Pflege beruflich tätig sind. Weiterhin möglich sind Impfungen für Beschäftigte in Kindertagesstätten, Grundschulen, Förderschulen und der Kindertagespflege sowie Personen, die regelmäßig in diesen Einrichtungen arbeiten. Auch Mitarbeitende aus (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Werkstätten für behinderte Menschen, Polizist*innen mit hohem Infektionsrisiko und Mitarbeitende in Impf- und Testzentren sowie bis zu 2 Kontaktpersonen von Schwangeren können einen Termin vereinbaren.

Kitas und Schulen

In Hagen waren auch in der vergangenen Woche mehrere Kitas von COVID-19-Infektionen betroffen. Die evangelische Kita Baumhaus (Haspe) musste komplett geschlossen werden. In der städtischen Kita Tondernstraße (Halden), der Elterninitiative Kita Tigerente (Innenstadt) und der katholischen Kita St. Meinolf (Ischeland) wurde jeweils eine Gruppe geschlossen.

Wie die Stadt am 8. April mitgeteilt hat, werden die Kindertagesstätten in Hagen vorerst weiterhin im „eingeschränkten Pandemiebetrieb“ verbleiben. Es gilt der dringende Appell, dass Erziehungsberechtigte ihre Kinder möglichst selbst betreuen. Die Kindertageseinrichtungen bleiben jedoch grundsätzlich geöffnet. Ob das Angebot in Anspruch genommen wird, entscheiden die Erziehungsberechtigten eigenverantwortlich. Der Betreuungsumfang für jedes Kind ist weiterhin um 10 Stunden pro Woche reduziert.

Die Schulen in NRW werden nach dem Ende der Osterferien, ab 12. April, für zunächst eine Woche ausschließlich Distanzunterricht anbieten. Ausgenommen davon sind die Abschlussklassen.

Blick über die Stadtgrenze

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS innerhalb einer Woche auf 108,5 (Vorwoche: 128,4) gesunken. Am stärksten betroffen ist heute nach Angaben des RKI Remscheid (194,9), gefolgt vom Märkischen Kreis (186,5) und dem Kreis Siegen-Wittgenstein (169,0). In NRW liegen aktuell laut RKI 26 (Vorwoche: 38) Städte/Kreise über der Inzidenz von 100, davon keine (Vorwoche: 2) über der Inzidenz von 200. Unterhalb der Marke 50 liegt aktuell mit Höxter ein einziger (Vorwoche: 0) Land- bzw. Stadtkreis. Unter eine Wocheninzidenz von 35 kommt weiterhin keine Stadt und kein Kreis in NRW. In Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen innerhalb einer Woche deutlich gesunken: Stadt Dortmund 99,8 (–32,1); Kreis Unna 83,6 (–26,8); Ennepe-Ruhr-Kreis 84,8 (–34,3); Märkischer Kreis 186,5 (–46,5).

Auch bundesweit sinkt die durchschnittliche Inzidenz auf jetzt 110,4 (Vorwoche: 134,0). In ganz Deutschland melden nur noch 19 (Vorwoche: 51) Städte/Kreise bzw. 5 Prozent eine extreme Infektionslage oberhalb einer Inzidenz von 200, insgesamt 224 (Vorwoche: 289) bzw. 54 Prozent liegen über 100. Die Zahl der deutschen Städte und Kreise unterhalb einer Wocheninzidenz von steigt wieder leicht auf 19 (Vorwoche: 12) bzw. 4 Prozent. Lediglich 6 (Vorwoche: 4) bzw. 1 Prozent aller Städte/Kreise haben derzeit die Inzidenz von 35 unterschritten.