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Seit Beginn der Woche greift auch in Hagen die „Bundes-Notbremse“, die pandemische Lage hat sich jedoch bislang nicht beruhigt. Mit 284,10 liegt die 7-Tages-Inzidenz am heutigen Freitag deutlich über dem Wert von letzter Woche (262,3). Die Zahl der akut infizierten Personen hat am Montag mit 1.032 einen neuen absoluten Höchstwert erreicht. Sowohl am Samstag, 24.4., wie auch am Donnerstag, 29.4., wurden mit jeweils 117 so viele SARS-CoV-2-Neuinfektionen registriert wie an keinem Tag zuvor. Zu Beginn der Woche befand sich mindestens 1 Prozent der Hagener Bevölkerung in Quarantäne.

Grafik: Stadt Hagen

Aus der achten umfassenden Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen, die diesmal für den Zeitraum von 20. bis 26. April vorliegt, geht hervor, dass bei mehr Infektionen der Ursprung verfolgt werden kann: der Anteil des „diffusen“ Infektionsgeschehens sinkt auf 28,8 Prozent (Vorwoche: 33,7 Prozent). Mittlerweile 8,4 Prozent (Vorwoche: 5,8 Prozent) der Personen steckten sich nachweislich am Arbeitsplatz an, trotz Distanzunterricht und Notbetreuung sind 1,5 Prozent (Vorwoche: 1,1 Prozent) der Infektionen auf Schule oder Kita zurückzuführen. 1,3 Prozent (Vorwoche: 1,3 Prozent) der Infektionen erfolgten im medizinischen bzw. pflegerischen Bereich und keine Neuansteckungen (Vorwoche: 1,9 Prozent) sind auf Gemeinschaftseinrichtungen zurückzuführen. Mit 59,9 Prozent (Vorwoche: 56,2 Prozent) erfolgt ein immer größerer Anteil der Ansteckungen im privaten Umfeld, also zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten.

Massiv zugenommen hat die Anzahl der in Hagen durchgeführten PCR-Tests: In der Kalenderwoche untersuchten Labore 2.185 Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 1.679), von denen 33,2 Prozent (Vorwoche: 39,6 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, einmal pro Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in einer stetig wachsenden Zahl von Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss ein Labortest erfolgen.

In Hagen gibt es nun 32 Test-Center (Vorwoche: 29). Davon befindet sich jedoch noch immer kein einziges in Wehringhausen – als nun einzigem Stadtteil neben Eilpe. Viele der Teststellen befinden sich in der Innenstadt (Fußgängerzone) sowie in Haspe. Eine stets aktuelle Liste mit allen Infos zur Terminvergabe gibt es auf hagen-testet.de. Infos zu den beiden „Drive-in“-Stationen für Testungen in Haspe bzw. Boele sowie die „mobile Teststation“ finden sich außerdem auf schnelltest-hagen.de. Infos zum Test-„Drive-in“ an den Elbershallen (Oberhagen) gibt es unter schnelltest.nrw.

Vom 20. bis zum 26. April wurden an den Test-Centern insgesamt 13.286 (Vorwoche: 11.071) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Von diesen waren 81 (Vorwoche: 74) positiv. Das positive Ergebnis wurde in 63 (Vorwoche: 59) Fällen durch einen PCR-Test bestätigt.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
0-4 Jahre270,4280,8
5-14 Jahre522,0419,9
15-34 Jahre406,0355,2
35-59 Jahre281,1290,5
60-79 Jahre97,785,5
über 80 Jahre94,043,4

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass noch immer ein besonders hoher Anteil der Neuninfektionen auf Kinder und Jugendliche zurückzuführen ist. Auch jüngere Erwachsene sind weiterhin deutlich stärker betroffen als etwa Senior*innen. Bei diesen steigen die Infektionen allerdings auch wieder an – und damit auch die Todesfälle. Die vier in dieser Woche in Hagen an COVID-19 verstorbenen Personen waren alle älter als 60 Jahre.

In den vergangenen sieben Tagen wurden von der Stadt Hagen insgesamt 536 (Vorwoche: 495) Neuinfektion gemeldet. Die gemeldeten Fälle der Stadt und damit auch die Inzidenz unterscheidet sich noch immer auffällig von den Angaben des RKI. In der Vergangenheit wurden diese Differenzen durch einen Verzug bei der Erfassung der Fälle verursacht. Das RKI berechnet seine Werte nicht anhand des Melde-, sondern des tatsächlichen Infektionszeitpunktes. Werden viele Fälle verzögert gemeldet, fließen diese in die Berechnung nicht mehr ein.

Die Wocheninzidenz liegt laut Zählung der Stadt Hagen heute bei 284,1 (Vorwoche: 262,3). Aktuell gelten in Hagen 924 (Vorwoche: 943) Personen offiziell als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 789 (Vorwoche: 859) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

Nach Angaben des RKI liegt Hagen heut auf Platz 2 (Vorwoche: 6) der Städte/Kreise mit der höchsten Inzidenz in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit belegen wir Platz 14 (Vorwoche: 43) von 412.

In der vergangenen Woche sind in Hagen 4 (Vorwoche: 13) Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 288 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 9 (Vorwoche: 15) schwersterkrankte COVID-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 2 (Vorwoche: 6) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 81 (Vorwoche: 81) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 11 (Vorwoche: 10) zur Verfügung, was 13,6 (Vorwoche: 12,4) Prozent entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein. Bis auf das Allgemeine Krankenhaus melden alle Hagener Kliniken derzeit Engpässe oder Auslastung im Intensivbereich.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 62.639 (Vorwoche: 51.973) Hagener*innen – das ist rund ein Drittel der Bevölkerung unserer Stadt – die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen. Die zweite Impfung haben 14.321 (Vorwoche: 14.058) Personen erhalten. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL in Alten- und Pflegeeinrichtungen enthalten. Zusätzlich sind aktuell ca. 4.000 Erst- und 2.000 Zweitimpfungen in den Hagener Krankenhäusern erfolgt.

Der Impfstoff-Nachschub stockt, daher werden im Hagener Impfzentrum derzeit keine neuen Termine vergeben. Schon bald soll es jedoch auch in niedrigeren Impf-Prioritäten weitergehen und bspw. auch Wahlhelfer*innen ein Impfangebot gemacht werden.

Kitas und Schulen

Zwar befinden sich die Kitas und Schulen in Hagen aufgrund der extrem hohen Inzident in der Notbetreuung bzw. im Distanzunterricht. Dennoch waren auch in dieser Woche einige Einrichtungen von COVID-19-Infektionen betroffen. Zu neuen Quarantänemaßnahmen kam es am Cuno-Berufskolleg I (Innenstadt), der Emil-Schumacher-Grundschule (Wehringhausen) und der Friedrich-von-Bodelschwingh-Förderschule (Wehringhausen). In der Caritas-Kita St. Christophorus (Innenstadt) wurde eine Gruppe geschlossen.

Blick über die Stadtgrenze

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS innerhalb einer Woche wieder deutlich auf 166,8 (Vorwoche: 181,0) gesunken. Am stärksten betroffen ist heute nach Angaben des RKI Hamm (300,1), gefolgt von Hagen (279,3) und Remscheid (265,9). In NRW liegen aktuell laut RKI 49 (Vorwoche: 51) Städte/Kreise über der Inzidenz von 100, davon 13 (Vorwoche: 17) über der Inzidenz von 200. In NRW liegen nun 4 Kreise (Vorwoche: 2) unter 100, weiterhin jedoch keiner (Vorwoche: 0) unter 50 oder gar unter 35. Auch in Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen innerhalb der vergangenen Woche wieder gesunken: Stadt Dortmund 198,7 (Vorwoche: 216,4); Kreis Unna 204,4 (Vorwoche: 244,9); Ennepe-Ruhr-Kreis 137,9 (Vorwoche: 157,4); Märkischer Kreis 205,5 (Vorwoche: 219,9).

Auch bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz auf jetzt 153,4 (Vorwoche: 164,0) gesunken. In ganz Deutschland melden jetzt 92 (Vorwoche: 109) Städte/Kreise bzw. 22 Prozent eine extreme Infektionslage oberhalb einer Inzidenz von 200, insgesamt 325 (Vorwoche: 351) bzw. 78 Prozent liegen über 100. Die Zahl der deutschen Städte und Kreise unterhalb einer Wocheninzidenz 50 steigt auf 10 (Vorwoche: 4) bzw. 2 Prozent. Jetzt 3 (Vorwoche: 2) bzw. 1 Prozent aller Städte/Kreise haben derzeit die Inzidenz von 35 unterschritten.

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