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Bereits zu Beginn der Woche kurz ein großes Aufatmen: Hagen ist nun auch unter 50! War dann aber ein Satz mit X – zu wenige neue positive Testungen waren an das RKI übermittelt worden. Seit heute ist es aber nun wirklich offiziell. Mit einer Inzidenz von 49,8 ist Hagen nun als letzte Stadt in NRW ebenfalls unter der nächsten Grenze. Knapp. Bleibt es dabei, könnten heute in einer Woche weitere Lockerungen erfolgen. Der Großteil unseres Bundeslandes hat allerdings mittlerweile schon längst dauerhaft die 35 unterschritten.

Grafik: Stadt Hagen

Wie aus der vierzehnten Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 1. bis 7. Juni vorliegt, können noch immer viele Infektionen nicht zurückverfolgt werden. Bei 30,3 Prozent (Vorwoche: 31,8 Prozent) kann die Infektionsquelle nicht ermittelt werden, sie sind „diffus“. Die Zahl der Personen, die sich am Arbeitsplatz angesteckt haben, ist wieder deutlich auf 3,7 Prozent (Vorwoche: 1,8 Prozent) gestiegen. Obwohl der reguläre Schul- und Kitabetrieb erst zum Wochenanfang begann und in der städtischen Statistik kaum enthalten sein kann, gehen 0,9 Prozent (Vorwoche: 0,0 Prozent) der positiven Testungen auf Schulen oder Kitas zurück. Mit 0,9 Prozent (Vorwoche: 1,2 Prozent) hat der medizinische bzw. pflegerische Bereich einen weiterhin sinkenden Anteil an den neu entdeckten Infektionen. Eine weitere Woche in Folge sind keine Neuansteckungen auf Gemeinschaftseinrichtungen zurückzuführen. Mit 64,2 Prozent (Vorwoche: 65,3 Prozent) erfolgen weiterhin zwei Drittel und damit weiterhin der mit Abstand größte Anteil der Ansteckungen im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten.

Erneut wurden mit sinkenden Infektionszahlen auch weniger PCR-Tests in Hagen durchgeführt: In der Kalenderwoche 22 untersuchten Labore 715 Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 1.045), von denen 26,7 Prozent (Vorwoche: 30,0 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, kostenlose Corona-Schnelltests durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in anerkannten Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss sofort ein PCR-Test in einer ärztlichen Praxis erfolgen.

In Hagen gibt es 42 Test-Center – darunter auch eines in Wehringhausen. Vom 1. bis 7. Juni wurden an den Test-Centern insgesamt 32.531 (Vorwoche: 34.322) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Bei 13 (Vorwoche: 30) wurde ein positives Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigt, 6 (Vorwoche: 9) Tests waren „falsch positiv“.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
Alle49,864,7
0-4 Jahre0,0156,0
5-14 Jahre90,8107,8
15-34 Jahre96,996,9
35-59 Jahre49,060,0
60-79 Jahre9,814,7
über 80 Jahre7,214,5
(Quelle: RKI)

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen der vergangenen sieben Tage in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass diese nun auch beine in allen Altersgruppen gesunken sind – bei Kleinkindern bis 4 Jahren sogar drastisch von der höchsten Inzidenz auf keine neuen Infektionen. Besonders stark betroffen sind weiterhin Jugendliche und junge Erwachsene. Senior*innen sind immer weniger von Infektionen betroffen. Die einzige in dieser Woche in Hagen an Covid-19 gestorbene Person war allerdings über 70 Jahre alt.

(Grafik: Stadt Hagen)

Mit 79,4 Prozent (Vorwoche: 81,0 Prozent) waren im Vier-Wochen-Zeitraum 11. Mai bis 7. Juni laut Angabe des Hagener Gesundheitsamtes die mit Abstand meisten Neuinfektionen in Hagen weiterhin auf die Corona-Variante Alpha zurückzuführen. Auf Beta gehen 0,2 Prozent (Vorwoche: 0,7 Prozent) der Infektionen zurück, auf Gamma entfallen 0,3 Prozent (Vorwoche: 0,2 Prozent) und auf die als besonders ansteckend geltende Mutation Delta gehen nach Infektionen in vier Familien jetzt 4,5 Prozent (Vorwoche: 3,4 Prozent) der Hagener Neuinfektionen zurück. Bei 15,6 Prozent (Vorwoche: 14,7 Prozent) der positiven Tests konnte keine Mutation des Corona-Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden, was allerdings auch an einer nicht ausreichenden Virenmenge in der jeweiligen Probe liegen kann.

In den vergangenen sieben Tagen wurden dem RKI insgesamt 94 (Vorwoche: 122) Neuinfektion gemeldet. Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 49,8 (Vorwoche: 64,7). Aktuell gelten in Hagen 207 (Vorwoche: 274) Personen laut Gesundheitsamt als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 235 (Vorwoche: 184) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

In der vergangenen Woche ist in Hagen 1 (Vorwoche: 9) Todesfall in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 315 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 2 (Vorwoche: 6) schwerkranke Covid-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 0 (Vorwoche: 3) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 76 (Vorwoche: 77) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 9 (Vorwoche: 9) zur Verfügung, was 11,8 Prozent (Vorwoche: 11,7 Prozent) entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 104.879 (Vorwoche: 102.000) Hagener*innen die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen, was etwa 56 Prozent aller Hagener*innen sind. Vollständig geimpft sind nun 59.940 (Vorwoche: 44.209) Personen und damit rund 30 Prozent der Hagener Bevölkerung. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL (etwa in Pflegeeinrichtungen oder beim Rettungsdienst) enthalten. Impfungen, die in den Hagener Krankenhäusern, in privatärztlichen Praxen oder bei Betriebsärzt*innen erfolgt sind, sind nicht mit berechnet.

Kitas und Schulen

Seit Montag findet in Hagen wieder ein regulärer Betrieb in Kitas und Schulen statt. Entsprechend waren auch wieder mehr Einrichtungen von Corona-Infektionen betroffen.

Zu Quarantänemaßnahmen kam es an der an den Cuno-Berufskollegs I und II (Innenstadt), der Emil-Schumacher-Grundschule (Wehringhausen), der Ernst-Eversbusch-Hauptschule (Haspe), der Fritz-Reuter-Förderschule (Altenhagen), der Heide-Grundschule (Hohenlimburg), der Karl-Ernst-Osthaus-Grundschule (Halden), der Realschule Halden, der Sekundarschule Altenhagen, dem Theodor-Heuss-Gymnasium (Ischeland) sowie der Vincke-Grundschule (Boele).

Blick über die Stadtgrenze

Nach Angaben des RKI liegt Hagen nach sehr kurzer Unterbrechung wieder auf dem ersten Platz der 53 der Städte/Kreise mit der höchsten Inzidenz in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit sind wir knapp nicht mehr in den „Top 10“, heute liegen wir auf Platz 13 (Vorwoche: 12) von 412. Wir gehören zu den letzten 42 Städten/Kreisen in Deutschland, deren Inzidenz noch die 35 übersteigt. 12 Städte/Kreise liegen noch über 50, keine über 100.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS nun die siebte Woche in Folge deutlich gesunken auf jetzt 20,6 (Vorwoche: 34,3). Am stärksten betroffen ist heute Hagen (49,8), gefolgt von Bonn (44,6) und Wuppertal (42,8). In NRW liegen nun alle 53 Kreise (Vorwoche: 34) unter 50, außerdem 49 (Vorwoche: 30) auch unter 35. Auch in Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen eine weitere Woche in Folge gesunken: Stadt Dortmund 20,7 (Vorwoche: 43,0); Kreis Unna 21,3 (Vorwoche: 38,7); Ennepe-Ruhr-Kreis 21,6 (Vorwoche: 23,8); Märkischer Kreis 30,2 (Vorwoche: 48,0).

Bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz erneut deutlich auf jetzt 18,6 (Vorwoche: 29,7) gesunken. In ganz Deutschland liegen keine Stadt und kein Kreis (Vorwoche: 1) bzw. 0 Prozent über 100. Die Zahl der deutschen Städte und Kreise unterhalb einer Wocheninzidenz von 50 steigt weiter auf 400 (Vorwoche: 375) bzw. 97 Prozent. Schon 370 (Vorwoche: 296) bzw. 90 Prozent aller Städte/Kreise haben derzeit außerdem die Inzidenz von 35 unterschritten.

Regeln in Hagen

Aktuell und mindestens noch eine Woche gelten in Hagen weiterhin unter anderem die folgenden Regelungen der „Inzidenzstufe 3“ (über 50 bis 100).

GGG: Diese Angabe bedeutet im Folgenden, dass hier bestimmte Regeln nur für Getestete (zertifizierter negativer Schnell- oder PCR-Test), Geimpfte (mind. 2 Wochen nach vollständiger Impfung) oder Genesene (mit entsprechendem Nachweis) gelten.

  • Keine Ausgangsbeschränkungen
  • Treffen im öffentlichen Raum von beliebig vielen Personen aus bis zu 2 Haushalten
  • Kinder- und Jugendarbeit mit Gruppen bis 10 Personen (draußen bis 20) GGG
  • Kulturveranstaltungen sind möglich: Konzerte, Theater, Opernhäuser und Kinos außen mit bis zu 500 Personen bzw. innen bis zu 250 Personen GGG und festem Sitzplan; Museen, Galerien nur nach Terminbuchung
  • Kontaktsport verboten; kontaktfreier Sport nur außen mit bis zu 25 Personen GGG; Sportveranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauer*innen GGG
  • Schwimmbäder, Indoorspielplätze etc. geschlossen, Freibäder nur zur Sportausübung mit begrenzter Anzahl GGG
  • Freizeitparks geschlossen; Ausflugsschiffe, Museumsbahnen etc. nur im Außenbereich mit begrenzter Anzahl GGG
  • Minigolfanlagen, kleinere Kletterparks etc. nur für GGG 
  • Zoos und botanische Gärten nur mit Termin 
  • Clubs und Discos bleiben geschlossen
  • Bordelle bleiben geschlossen
  • Shopping außer Grundbedarf: Nur 1 Kund*in pro 20 Quadratmeter (keine Termine, kein GGG)
  • Märkte und Messen ohne Kirmeselemente mit begrenzter Personenanzahl, mit Kirmeselementen verboten
  • Tagungen und Kongresse verboten
  • Private Feiern und Partys verboten
  • Gastronomie außen mit GGG, innen geschlossen
  • Hotels nur für GGG und innen ausschl. Frühstück

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