Eng und gefährlich: Die Radtour der Grünen führte auch durch die Augustastraße. (Foto: Louis Fabu)
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Eine Radtour zu den gefährlichsten Stellen für Radfahrende in Hagen: Dazu hatte der Kreisverband der Grünen am Donnerstag, 12. August, eingeladen. Das Ganze fand statt im Rahmen der Wahlkampftour ihres NRW-Vorsitzenden, Felix Banaszak.

Um 17.30 Uhr machten sich nach einleitenden Worten ca. zwei Dutzend Fahradfahrende vom Hauptbahnhof aus auf den Weg. Zunächst ging es nach Wehringhausen entlang der baldigen Fahrradstraße. Auf dem Weg dorthin wurde auch der ständig zugeparkte Radweg an der Augustastraße im Innenstadtbereich besichtigt. Nachdem die Teilnehmenden die dringende Notwendigkeit der Fahrrastraße am eigenen Leib erfahren konnten, war der nächste Halt die zuletzt während des Starkregens vollgelaufene Unterführung am Bodelschwinghplatz.

Dort erläuterten die Grünen Heike Heuer und Paul Kahrau einiges zur Verkehrspolitik in Hagen. Etwa, dass wir zwar viele Kilometer Radwege haben, aber davon nur eine einstellige Zahl exklusiv, also durch ein blaues Schild gekennzeichnet, für Fahrräder zu nutzen sind. Auch stellte sie klar, dass es den Grünen mit ihrer Vision des Radverkehrs in Hagen in erster Linie um die Pendler:innen und nicht die Spaßradfahrenden geht. Hier waren sich die meisten Anwesenden einig, dass schon viel damit gewonnen sei, wenn es für jeden Stadtteil eine sichere Route zum Hauptbahnhof gäbe. Sich von Wehringhausen aus etwa auf den Innenstadtring zu stürzen und sich über die Linksabbiegerspur zum Bahnhhof zu kämpfen, ist für Nicht-Kampfradelnde nicht zu machen.

Für Autos geplant

An der Bahnhofshinterfahrung wurde Felix Banaszak (ganz rechts) gezeigt, wo die Prioritäten der Hagener Verkehrsplanung liegen. Ebenfalls auf dem Foto (von rechts): Paul Kahrau (Vorstand B90/Grüne Hagen), Heike Heuer (Ratsfrau B90/Grüne Hagen), Hans-Georg Panzer (Bezirksvertretung Mitte, B90/Grüne Hagen). (Foto: Thomas Jalili Tanha, B90/Grüne)

Im weiteren Verlauf ging es zunächst über die Bahnhofshinterfahrung und dann durch die Sedanstraße, ein weiteres Beispiel für einen typischen Freizeitradweg: Zur Zeit der Tour bequem befahrbar, kann es dort zu üblichen Pendelzeiten für Radfahrende schnell lebensgefährlich werden – denn die dort ansässigen Betriebe werden oft gleichzeitig von rangierenden LKWs belagert. Auch die Aussicht von der Einmündung der Bahnhofshinterfahrung in die Eckeseyer Straße entlang des Neubaus zeigt, wo die Priorisierungen beim Bau lagen. Mit Abbiegespur gibt es insgesamt fünf Fahrspuren und eine zwar noch nicht genutze, aber schon voll auf PKW getaktete Kreuzungsampel – obwohl die eigentliche Hinterfahrung danach als zweispurige Straße weitergeht. Die Radfahrenden hingegen dürfen sich den Platz mit Fußgänger:innen am Straßenrand teilen.

Zuletzt ging es im weiten Bogen über Fuhrpark- und Brinkstraße zurück in Richtung Hauptbahnhof. Dort ist ein weiteres Kleinod Hagener Verkehrsgestaltung zu sehen: Ein Radweg auf dem Bürgersteig, der direkt auf eine Bushaltestellte zuführt. Auch hier sind Konflikte mit Fußgänger:innen vorprogrammiert.

Pünktlich um 18.30 Uhr waren alle wohlbehalten wieder am Hauptbahnhof angekommen wo Felix Banaszak noch mit einem Gastgeschenk, einer Flasche Eversbusch, und dessen Lobpreis behelligt wurde, bevor er zur nächsten Station seiner Wahlkampftour, Solingen, aufbrach.

Alles in allem war es eine kurzweilige Radtour, die in kleinen Ausschnitten deutlich gemacht hat, wie viel in Hagen in Sachen Radverkehr noch passieren muss.


Korrektur, 19.08.21: In der vorherigen Version dieses Artikels waren einige Namen etwas durcheinander geraten. Das wurde verbessert.