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Die Corona-Zahlen in Deutschland und NRW sinken weiterhin. Auch in Hagen sind sie zurückgegangen – jedoch langsamer als in vielen anderen Stadt- und Landkreisen. In unserem Bundesland belegen wir nun wieder den dritten Platz der meisten Neuinfektionen.

Auch in dieser Woche wurden in Hagen zwei Todesfälle in Zusammenhang mit Corona-Infektionen gemeldet. Weiterhin werden einige Menschen mit Covid-19 in den Krankenhäusern behandelt. Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter machen, vergleichsweise, den mit weitem Abstand größten Teil aller neuen Fälle aus.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

In den vergangenen sieben Tagen wurden aus Hagen insgesamt 212 (Vorwoche: 252) neue positive Corona-Tests gemeldet. Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 112,4 (Vorwoche: 133,6). Aktuell gelten in Hagen 425 (Vorwoche: 466) Personen laut Gesundheitsamt als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 163 (Vorwoche: 252) Kontaktpersonen, in Quarantäne. Der 7-Tage-R-Wert (also die Anzahl an weiteren Personen, die ein:e Infiziert:e ansteckt) liegt aktuell bei 0,78 (Vorwoche: 1,20) und liegt damit unter Eins – die Zahl der Neuinfektionen ist im Laufe der Woche also gesunken. Mittlerweile haben sich im Verlauf der Pandemie insgesamt 7,6 Prozent (Vorwoche: 7,4 Prozent) der Hagener Bevölkerung nachweislich mit Corona angesteckt. Der tatsächliche Wert dürfte deutlich höher liegen.

Inzidenz nach Alter

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
Alle112,4133,6
0-4 Jahre93,6176,8
5-14 Jahre368,6357,5
15-34 Jahre129,8152,2
35-59 Jahre113,7139,0
60-79 Jahre12,229,3
über 80 Jahre7,221,7
(Quelle: RKI)

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen der vergangenen sieben Tage in Bezug zum Anteil der Altersgruppen zeigt sich ein deutlicher Anstieg bei Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter. Die Inzidenz bei Säuglingen und jungen Kindern bis 4 Jahren liegt mit 9 Fällen nun unter dem Durchschnitt. Die weiterhin weitgehend ungeimpften 5- bis 14-Jährigen erreichen mit 65 Fällen jetzt jedoch mehr als das Dreifache des Durchschnittswertes und sind wie schon seit Wochen mit weitem Abstand am stärksten betroffen.

Bei den 15- bis 34-Jährigen gehen die neuen positiven Testungen von 66 in der Vorwoche auf jetzt 56 weiterhin deutlich zurück, sie bilden dennoch mit einer Inzidenz von 129,8 wieder die am zweitstärksten betroffene Kohorte. Auch die 35- bis 59-Jährigen liegen mit 72 Fällen (Vorwoche: 88) erneut über dem Schnitt. Deutlich weniger als in den Vorwochen sind die weitgehend durchgeimpften Altersgruppen ab 60 Jahren mit nur noch 8 (Vorwoche: 15) Fällen betroffen.

Kitas und Schulen

In der vergangenen Woche wunderte ich mich darüber, dass trotz der drastischen hohen Zahl an betroffenen Kindern im schulpflichtigen Alter keine Meldungen mehr von Schulen kommen und dort 0,0 Prozent der Neuinfektionen stattfinden.

Der Grund ist einfach: Es gab eine Gesetzesänderung in Nordrhein-Westfalen. Demnach müssen an Schulen nach einem positiven Test keine Kontaktpersonen mehr in Quarantäne. Entsprechend gibt es auch kaum noch Quarantäneanordnungen. Werden von den Kontaktpersonen dann einige Tage später wiederum welche positiv getestet, ist eine direkte Verbindung zur Schule nur noch schwer nachweisbar.

Trotz der Lockerungen in der Gesetzgebung mussten in der Vergangenen Woche neue Quarantänemaßnahmen an der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Vorhalle und der Gesamtschule Haspe ergriffen werden.

Infektionsursprung

Grafik: Stadt Hagen

Wie aus der aktuellen Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 14. bis 20. September vorliegt, ist die Zahl der nicht mehr rückverfolgbaren Infektionen wieder deutlich zurückgegangen.

Nur noch weniger als die Hälfte bzw. 46,1 Prozent (Vorwoche: 67,6 Prozent) der Infektionen erfolgten „diffus“. Mit 42,0 Prozent (Vorwoche: 22,5 Prozent) bildet die Zahl der Infektionen im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund:innen und Verwandten, den weiterhin höchsten Anteil der nachvollziehbaren Ansteckungen. Die nachweislich drittmeisten Ansteckungen erfolgten mit 6,6 Prozent (Vorwoche: 5,3 Prozent) weiterhin am Arbeitsplatz. Die Zahl der Personen, die sich nachweislich bei Auslandsreisen angesteckt haben, machen mit erneut 2,9 Prozent (Vorwoche: 2,9 Prozent) die viertgrößte Gruppe aus. Auf Kitas und Schulen entfallen trotz der deutlich entschärften Regeln jetzt wieder 2,1 Prozent (Vorwoche 0,0 Prozent) der nachgewiesenen Infektionsketten. Und auf den medizinisch/pflegerischen Bereich gehen nur noch 0,4 Prozent (Vorwoche: 1,2 Prozent) zurück. In Gemeinschaftseinrichtungen faden keine (Vorwoche: 0,48 Prozent) neue Ansteckungen statt.

In der Kalenderwoche 37 untersuchten Labore im Rahmen des Infektionsschutzes 1.073 (Vorwoche: 1.484) vom Gesundheitsamt angeordnete Hagener Corona-Proben, von denen 28,4 Prozent (Vorwoche: 23,0 Prozent) positiv waren. Bei 87,7 Prozent (Vorwoche: 94,4 Prozent) aller im untersuchten Zeitraum in Hagen positiv auf Corona getesteten Personen lag überhaupt kein oder zumindest kein vollständiger Impfschutz vor.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger:innen in NRW haben noch bis 10. Oktober die Möglichkeit, kostenlose Corona-Schnelltests durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in anerkannten Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson von Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss sofort ein PCR-Test in einer ärztlichen Praxis erfolgen.

In Hagen gibt es einige Test-Center, darunter auch eines in Wehringhausen. Die Gesamtzahl der durchgeführten Schnelltests wird von der Stadt Hagen in ihrer Wochenstatistik nicht mehr angegeben. Wohl aber, dass in der KW 37 insgesamt 233 (Vorwoche: 239) Schnelltests ein bestätigt positives Ergebnis zeigten und so dabei halfen, 12,9 Prozent (Vorwoche: 14,6 Prozent) aller bekannten Infektionen zu entdecken.

Todesfälle und Hospitalisierung

In der vergangenen Woche sind in Hagen eine weitere Woche in Folge zwei Personen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben (Vorwoche: 2). Die Gesamtzahl der Toten, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Hagen gemeldet wurden, steigt damit auf 332 seit Beginn der Pandemie. Damit sind seit Beginn der Pandemie 2,3 Prozent aller Corona-Infektionen in Hagen tödlich verlaufen.

In den Hagener Krankenhäusern mussten am Stichtag 22. September insgesamt 11 (Vorwoche: 17) Personen mit Covid-19 behandelt werden. Bei 9 (Vorwoche: 15) lag kein vollständiger Impfschutz vor. Auf den Hagener Intensivstationen wurden am Stichtag laut Stadt Hagen 3 (Vorwoche: 4) schwerste Covid-19-Fälle behandelt, von denen 2 (Vorwoche: 3) keinen vollständigen Impfschutz hatten.

Corona-Impfungen

Die Quote der neuen Corona-Impfungen in Hagen ist zwar minimal höher als in der Vorwoche, jedoch weiterhin sehr gering. Laut Angabe der KVWL wurden in Hagen mit Stand vom 24. September rund 73 Prozent (Vorwoche: 72 Prozent) der Bevölkerung bzw. 137.365 Personen (Vorwoche: 136.170) mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Etwa 69 Prozent (Vorwoche: 68 Prozent) bzw. 129.907 Personen (Vorwoche: 127.821) haben nun den vollen Impfschutz. Außerdem haben in Hagen bereits 994 Personen (Vorwoche: 551) einen sogenannten „Impf-Booster“, also eine Auffrischungsimpfung, erhalten.

In diesen Zahlen sind die Impfungen im Hagener Impfzentrum, durch mobile Teams der KVWL und in kassenärztlichen Praxen enthalten. Die zusätzlichen Impfungen bei Betriebs- und Privatärzt:innen und in Krankenhäusern werden in der Statistik nicht erfasst. Die tatsächliche Zahl der Geimpften dürfte daher etwas höher sein – die Stadt Hagen schätzt je etwa 2.000 Erst- und vollständig Geimpfte mehr.

Impftermine

In den kommenden Tagen ist der „Impfbus“ in Hagen wieder unterwegs. Bei allen Terminen sind weiterhin Erstimpfungen für alle ab 12 Jahren (Einverständniserklärung der Eltern erforderlich) möglich:

  • Freitag, 24. September (13-18 Uhr): Sparkassen-Karree in der Innenstadt
  • Montag, 27. September (14-20 Uhr): im Hagener Hauptbahnhof
  • Dienstag, 28. September (14-20 Uhr): im Hagener Hauptbahnhof

Am 30. September schließt das Hagener Impfzentrum in der Stadthalle. Bis dahin können sich dort – bei Minderjährigen mit Einverständniserklärung der Eltern – alle Personen ab 12 Jahren impfen lassen. Zur Verfügung stehen die Impfstoffe von „Johnson & Johnson“ und „Biontech“:

  • Freitag, 24. September (14-20 Uhr)
  • Samstag, 25. September (14-20 Uhr)
  • Sonntag, 26. September (14-20 Uhr)
  • Montag, 27. September (14-20 Uhr)
  • Dienstag, 28. September (14-20 Uhr)
  • Mittwoch, 29. September (8-20 Uhr)

Verschiedene besonders gefährdete Gruppen (u.a. chronisch Erkrankte, Senior:innen über 80 Jahre, pflegebedürftige Personen) können in NRW, wenn ihre zweite Impfung mindestens sechs Monate her ist, eine Auffrischungsimpfung („Impf-Booster“) bekommen. Auch alle Personen, die bislang nur mit einem Vektorimpfstoff („Johnson & Johnson“, „Astrazeneca“) geimpft wurden, können ab sechs Monate nach der zweiten (bei J&J nach der ersten) Impfung eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Die Auffrischungen nehmen ausschließlich die Hausärzt:innen vor.

Blick über die Stadtgrenze

Nach Angaben des RKI belegt Hagen mit einer Inzidenz von 112,4 heute Platz 3 (Vorwoche: 5) aller 53 Landkreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit belegen wir Platz 23 (Vorwoche: 26) der am stärksten betroffenen von allen 412 Städten/Kreisen.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen sinkt laut MAGS nun bereits die vierte Woche in Folge wieder auf jetzt 61,2 (Vorwoche: 81,8). Am stärksten betroffen sind in Deutschland die Stadt Bremerhaven (237,8), der Kreis Pforzheim (207,1) und der Kreis Traunstein (201,7). Die vorderen Plätze in NRW belegen der Kreis Lippe (151,6), der Kreis Minden-Lübbecke (128,0) sowie Hagen (112,4).

In NRW liegen heute noch 5 (Vorwoche: 10) Kreise/Städte über der Inzidenz 100, sowie 32 (Vorwoche: 46) über der Inzidenz 50 und 47 (Vorwoche: 52) über Inzidenz 35. In Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen beinahe überall und teils deutlich gesunken: Stadt Dortmund 61,8 (Vorwoche: 89,7); Kreis Unna 54,1 (Vorwoche: 45,2); Ennepe-Ruhr-Kreis 55,4 (Vorwoche: 80,5); Märkischer Kreis 65,3 (Vorwoche: 107,4).

Auch bundesweit geht die durchschnittliche Inzidenz wieder zurück auf jetzt 62,5 (Vorwoche: 74,7). In ganz Deutschland liegen noch 42 (Vorwoche: 77) Städte/Kreise über 100, 238 (Vorwoche: 290) über 50 und 314 (Vorwoche: 351) über 35.

Urlaub und Reisen

Wer über 12 Jahre alt ist und nach Deutschland einreist, egal aus welchem Land und mit welchem Verkehrsmittel, muss über ein aktuelles negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen.

Wer aus einem ausländischen Hochrisikogebiet einreist, muss sich darüber hinaus zuvor bei der Bundesregierung anmelden und sich unmittelbar nach der Ankunft am deutschen Wohnort für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Quarantäne kann ggf. durch einen negativen Test auf fünf Tage verkürzt werden.

Seit dem 19. September gelten Antigua und Barbuda, Armenien, Barbados, Belize, Guyana, Moldau und Venezuela als neue Hochrisikogebiete. Ab dem 26. September sind außerdem Äthiopien, Burundi, das französische Überseegebiet Neukaledonien, St. Vincent und die Grenadinen sowie Slowenien als neue Hochrisikogebiete eingestuft.

Von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden hingegen am 19. September Bangladesch, Botsuana, Brasilien, Eswatini, Indien, die irische Region West, Lesotho, Malawi, Nepal, die portugiesische Region Algarve, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Zypern. Am 26. September gelten auch die französische Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, Japan und der Senegal nicht mehr als Hochrisikogebiete.

Aktuelle Regeln in Hagen

Die 7-Tage-Inzidenz als alleiniges Maß für neue Corona-Schutzmaßnahmen hat ausgedient. Das wurde bereits im August von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt und nun auch vom Land Nordrhein-Westfalen in einer neuen Corona-Schutzverordnung festgelegt, die seit Montag, 13. September, gilt.

Grundsätzlich bleiben jedoch in ganz NRW die bisherigen allgemeinen Regelungen und deren Verschärfungen für Inzidenzen über 35 landesweit bestehen. Im Detail könnt diese Corona-Regeln hier nachlesen.

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