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Als Paulina Pruscini am Wochenende in der Hagener Innenstadt unterwegs war, packte die Wehringhauserin das Grausen: Überall entlang des Weges zwischen Rathaus und Kaufmansschule trieben tote Fische in der Volme.

Der Verdacht lag sofort nahe, dass die verendeten Tiere auf einen großen Brand an der Grenze zwischen Eilpe und Oberhagen zurückzuführen sein könnten. Dort stand am Freitagnachmittag ein Teil der Stahlwarenfabrik Rafflenbeul an der Eilper Straße stundenlang in Flammen. Eine viele Meter hohe, schwarze Rauchsäule war bis nach Hohenlimburg zu sehen.

Zur Bekämpfung des Feuers kamen schließlich weit über 100 Feuerwehrleute aus ganz Hagen, Gevelsberg, Iserlohn, Bochum, Herne, Siegen und Olpe zum Einsatz. Unterstützung bekamen sie bei den Löscharbeiten unter anderem vom THW und dem Roten Kreuz. Teile der Eilper Straße und der Frankfurter Straße mussten bis in die Nacht hinein komplett für den Verkehr gesperrt werden. Die Anwohner:innen wurden auch durch Warn-Apps wie NINA und Katwarn aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Luftmessungen im gesamten Stadtgebiet sorgten jedoch schon bald für Entwarnung auf den Smartphones.

Salzsäure ausgetreten

Bei dem Großbrand kam es schließlich jedoch tatsächlich zum Austritt giftiger Chemikalien, allerdings nicht durch die Luft. So sind rund 60 Kubikmeter (60.000 Liter) Salzsäure in die Volme gelangt, wie mir Franziska Michels von der Stadt Hagen auf Nachfrage bestätigte. Trotz eingeleiteter Sofortmaßnahmen, dem Verdünnen der Säure mit Wasser, konnte ein Fischsterben in dem Fluss im Bereich der Hagener Innenstadt nicht verhindert werden.

Mittlerweile ist die Gefahr aber wohl gebannt. „Das Landesumweltamt hat am Wochenende Wasserproben untersucht“, so Michels. Dabei seien in der Volme keine höheren Schadstoff-Belastungen mehr festgestellt worden.