Stadtteilkonferenz: Wehringhausens Zukunft mitplanen

Das Organisationsteam der Stadtteilkonferenz
Maik Schumacher (QM Wehringhausen/Stern GmbH), Luisa Osthaus (Stadt Hagen, Stadtplanungsamt), Gürkan Callar (QM Wehringhausen/Diakonie) und Hannah Scharlau (Stadt Hagen, Jugend und Soziales) stellten das Programm der Stadtteilkonferenz vor. (Foto: Jan Eckhoff)
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18.000.000 Euro (in Worten: Achtzehnmillionen Euro) sind in den vergangenen etwa acht Jahren alleine aus Landes- und Bundeszuschüssen für das Programm „Soziale Stadt“ nach Wehringhausen geflossen. Das ist eine ganze Menge Geld – doch damit ist nun Schluss. Das Förderprogramm endet in diesem Jahr. Eine letzte Stadtteilkonferenz findet noch statt.

Die Auswirkungen des Programms können wir beinahe überall in Wehringhausen sehen. Besonders am neugestalteten Wilhelmsplatz und ebenso am Bodelschwinghplatz, aber auch an den barrierearm umgebauten Kreuzungen entlang der Lange Straße, an allen umgebauten und sanierten Schulhöfen und Spielplätzen im Stadtteil, an bislang knapp 100 renovierten und klassisch freundlich oder auch mal knallbunt gestrichenen Hausfassaden.

Und neben den vielen städtebaulichen Maßnahmen, zu denen in diesem Jahr unter anderem auch noch der komplette Umbau der Unterführung zwischen Bodelschwinghplatz und Augustastraße kommt, spiegeln sich die Förderungen auch an anderen Stellen wieder: Das gedruckte 089magazin, Urban-Gardening-Aktionen, so einige Streetart-Werke, das Schnurlos-Festival oder aktuell mehrere sozialpädagogische Projekte im mittleren und unteren Wehringhausen hat die „Soziale Stadt“ ebenso ermöglicht wie Vernetzungen, Koordinierung oder die Vermarktung von Leerständen durch das Quartiersmanagement.

Viele Maßnahmen gehen weiter

Natürlich war meine erste Frage in einer Pressekonferenz am vergangenen Montag, 21. März, zum anstehenden Ende des Förderprogramms, ob wir als Stadtteil nun in ein tiefes Loch fallen. Diese Sorge wollten die Verantwortlichen nicht ganz teilen. So betont etwa Quartiersmanager Maik Schumacher, dass viele der derzeit im unteren Wehringhausen anlaufenden Maßnahmen aus anderen Quellen finanziert würden. Dort wird beispielsweise mit großem Engagement daran gearbeitet, um für Kinder aus osteuropäischen Familien ein möglichst tägliches Betreuungs- und Beschäftigungsangebot zu schaffen. Aber auch die Sanierung mehrerer Wohnhäuser erfolgt über die städtische Tochtergesellschaft HEG nicht aus den Mitteln der „Sozialen Stadt“.

Gleichwohl entfallen aber Mittel für andere größere Baumaßnahmen, das Fassadenprogramm (hier sind Anträge noch bis in den frühen Sommer möglich) und der jährlich 30.000 Euro umfassende „Verfügungsfonds“ für Projekte von Vereinen und Initiativen im Viertel. Aber auch in dem Zusammenhang ist Hannah Scharlau, städtische Projektleiterin des Programms, sicher: „Mit den richtigen Ideen und guter Vernetzung wird man neue Geldquellen erschließen können.“

Mitbestimmten, was kommt

Genau an dem Punkt soll dann auch die 7. Wehringhauser Stadtteilkonferenz ansetzen, die am Samstag, 25. März, von 13 bis 17 Uhr im Kultopia in der Konkordiastraße stattfindet. Alle Menschen aus Wehringhausen sind dazu eingeladen, sich über Vereine und Initiativen im Stadtteil zu informieren, sich zu vernetzen und über die wichtigsten Themen abzustimmen, die das Quartiersmanagement bis Ende des Jahres noch angehen soll.

Maik Schumacher betont dabei allerdings ganz deutlich, dass es vor allem um eine Setzung von Prioritäten geht: „Man kann sich natürlich alles wünschen, aber es ist nicht sicher, dass es auch alles gibt.“ So wurden die wichtigsten Themen bereits im Vorfeld in vielen Gesprächen mit Menschen, die in Wehringhausen in den unterschiedlichsten Rollen aktiv sind, eingekreist: Diskutiert wird über die Felder „Kultur und Kreativwirtschaft“, „Handel und Geschäfte“, „Image und Öffentlichkeitsarbeit“, „Vernetzung im Stadtteil“, „Sauberkeit und Sicherheit“, „Sozialer Zusammenhalt“ sowie „Wohnen und Immobilien“.

Konstruktive Strukturen

„Wir wollen diese Themen in ihren für die Menschen wichtigsten Punkten konkretisieren“, betont Luisa Osthaus vom städtischen Fachbereich Stadtplanung und -entwicklung. Die Konferenz dient aber auch einem weiteren wichtigen Zweck: „Engagierte Personen können sich am Samstag gegenseitig kennenlernen.“ So könnten zukünftig im Rahmen der „Sozialen Stadt“ entwickelte Arbeitskreise und regelmäßige Treffen in möglichst beständige, neue Strukturen überführt werden.

Was die weitere Koordinierung angeht, sieht Hannah Scharlau zwar die Stadt in der Pflicht, aber auch alle Menschen im Viertel: „Man kann so ein Programm nicht einfach enden lassen, ohne als Verwaltung einige Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Dafür ist man aber auf die Mithilfe von Leuten angewiesen, die sich einbringen und die fair kritisieren. Was es braucht, ist ein konstruktives Miteinander.“


Verwendete Quellen:

  • Persönliche Teilnahme an einer Pressekonferenz am 21.03.22 im Stadtteilladen Wehringhausen
  • Persönliche Teilnahme als stimmberechtigtes Mitglied an Sitzungen des „Lenkungskreis Soziale Stadt Wehringhausen“
  • Eigene Artikel (verlinkt im Text)
  • Infos zum Programm „Soziale Stadt“ auf der Internetseite des Quartiersmanagements (Link, abgerufen am 25.03.22)
  • Pressemitteilung der Stadt Hagen (Link, abgerufen am 25.03.22)

Korrektur, 26.03.22:

In der vorherigen Version dieses Artikels hatte ich aus dem Wilhelmsplatz einen (in Hagen nicht existenten) „Bismarckplatz“ gemacht und, tja … Danke, dass ihr nicht zu sehr gelacht habt.

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