Fleischerei Lobert

Fleischerei
Wehringhauser Straße 47, 58089 Hagen
Carsten Lobert
02331 332262
Mi.- Sa. auf Wochenmärkten in der Region; Mo.-Sa. außer Do. für Abholung offen

Stellen Sie uns Ihr Unternehmen doch einmal vor.

Wir sind ein Familienunternehmen in dritter Generation und legen an den Großteil unserer Fleisch- und Wurstwaren noch selbst Hand an. Unser gesamtes Fleisch sowie ein paar zugekaufte Waren beziehen wir über einen Großhändler aus dem Sauerland. Mit guter Fleischqualität und nachvollziehbaren Handelswegen.

Ist Ihr Lieferant ein Biohof?

Unser Fleisch kommt hauptsächlich von Schweinen mit Metzgerqualität (Handelsklasse E). Hieraus werden auch alle unserer Wurstwaren, die ich in unserem kleinen Betrieb herstellen kann, gemacht. Mettwurst, Streichwurst, Fleischwurst, Aufschnitt, Kochwurst, Brühwurst, Sülzen – eben alles, was in eine Fleischerei auch so reingehören muss, mache ich noch selbst.

Sie bieten Ihre Waren mittlerweile nur noch auf Wochenmärkten an …

Das ganze Geschäft führen meine Frau und ich alleine. Während meine Frau auf den Wochenmärkten unsere Waren anbietet, bereite ich unsere Produkte für den nächsten Tag vor. Der Laden, den mein Vater noch lange nach seinem Ruhestand halbtags geführt hat, hält heute leider den Betrieb stark auf, sodass wir ihn traurigerweise schließen mussten. Jedoch können, bis auf Donnerstag, die ganze Woche, um die Mittagszeit, Vorbestellungen abgeholt werden.

Am Anfang der Woche hilft mir meine Frau im Laden, natürlich helfe ich ihr bei regem Betrieb aus den Märkten auch aus. Am Mittwoch geht’s dann auf dem Markt in Gevelsberg los. Donnerstags sind wir zurzeit auf zwei Märkten: vormittags sind wir auf Emst und nachmittags in Dahl. Dort wurden einige langjährige und verlässliche Händler gebeten, bei der Aufrechterhaltung der Grundversorgung, nach dem Hochwasser im Juli, zu helfen. Sogar der WDR berichtete über diese tolle Idee. Es ist aber noch nicht klar, ob dieser Markt bestehen bleibt. Freitags fahren wir dann nach Vorhalle und samstags stehen wir wieder in Gevelsberg. 

Wir verkaufen zwar schon seit 2005 auf Wochenmärkten, dass wir das aber hauptsächlich machen, ist erst seit dem Frühjahr 2021 so und es funktioniert alles bis jetzt prima.

Bieten Sie Ihre Leistungen auch als Liefer- oder Vor-Ort-Service an?

Nein. Das wäre zeitlich nicht schaffbar, da wir nur ein kleines Familienunternehmen sind. Natürlich hat man ein paar ältere Kunden, denen bringen wir ihre Bestellungen auch mal auf dem nach Hause Weg vorbei.

Ihr Unternehmen gehört zu den ältesten bestehenden Unternehmen in Wehringhausen. Erzählen Sie uns doch etwas von der Geschichte.

Die Fleischerei Lobert wurde von meinem Opa mit meinem Vater bereits 1960 gegründet. Opa Erwin hatte vorher hier in Wehringhausen am Schlachthof gearbeitet. Nachdem mein Vater alt genug war und auch seinen Meister gemacht hat, haben sie beschlossen zusammen einen eigenen Betrieb in Vogelsang zu gründen. Man muss aber bedenken, dass es damals an jeder Ecke eine Metzgerei gab. Bis 1978 gab es in Hagen 122 Innungsbetriebe. Wir hatten hier sogar eine eigene Fleischerei-Innung. Leider kann man in Hagen heute die Betriebe an einer Hand abzählen. Später hatte mein Vater einen zweiten Laden in Wehringhausen (damals noch Wehringhauser Straße, Ecke Rehstraße) eröffnet. Nachdem Opa Erwin in seinen wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, sind wir dann in Wehringhausen geblieben. 1981 sind wir das letzte Mal umgezogen (da unser Betrieb dem Straßenausbau im Weg stand), zu unserem heutigen Standpunkt am Bodelschwinghplatz. Seitdem wurde unser Geschäft nicht mehr bewegt.

Und wann sind Sie in das Familienunternehmen eingestiegen?

Ich habe mir etwas Zeit gelassen und mich erstmal umgeschaut. Anfangs habe ich in verschiedenen Fleischereien gearbeitet und bei mehreren Metzgern ausgeholfen, unter anderem hat es mich sogar bis nach Waltrop verschlagen. Aber irgendwie bin ich meiner Heimat Hagen immer treu geblieben. Langezeit habe ich auch bei der Supermarkt-Kette Famila gearbeitet, dort habe ich zuletzt die Fleischabteilungen in Hohenlimburg, Schwerte und Gevelsberg geleitet. Nachdem Die Kette von Kaufland aufgekauft und vermehrt auf SB gesetzt wurde, wurden dort keine Metzger mehr benötigt. Von da an habe ich mir gedacht: „Wenn die es nicht mehr richtig machen wollen, dann mache ich es eben alleine richtig!“. Natürlich nicht zu vergessen mit meiner Frau, welche eine gelernte Fleischereifachverkäuferin ist. Und dann sind wir gemeinsam in das Familienunternehmen eingestiegen. Mein Vater hat auch sehr lange noch im Laden verkauft, bis es ihm leider die Knochen verboten haben. So trage ich die Fackel von Opa Erwin weiter. Mein Sohn hilft hier übrigens auch schon gelegentlich aus.

Was ist die Zielgruppe Ihres Unternehmens?

Menschen die lecker essen wollen… Wir haben viele Stammkunden, die uns und die wir schon seit Jahren kennen. Wir haben auf den Märkten auch viel Laufkundschaft, welche sogar immer jünger wird. Es fällt uns auf, dass pandemiebedingt viele Leute wieder das Kochen für sich entdeckt haben. Und wer einmal unseren Spießbraten gegessen hat, kommt wieder!

Wie hat sich ihrer Wahrnehmung von Wehringhausen als Einkaufsstandort verändert?

Seitdem die neue Umfahrung gebaut wurde, kann ich es schon verstehen, warum manche Kunden sich hier unwohl fühlen. Positiv kann man diese Entwicklung bestimmt nicht nennen. Hier unten wurde Wehringhausen extrem vernachlässigt. Viele alte Bekannte sind schon weggezogen. Aber Ich bin Wehringhauser, ich bleibe Wehringhausen treu und mich kriegt hier keiner weg!

Was sind Ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft – für Ihr Unternehmen und den Stadtteil?

Mit meinem Geschäft bin ich eigentlich total zufrieden. Für den Stadtteil würde ich mir wünschen, dass die Straßen und Plätze sauberer gehalten werden, sodass es sich auch im unteren Wehringhausen wieder anständig leben lässt.


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Dieses Firmenprofil wurde in Zusammenarbeit mit der agentur mark GmbH erstellt und im Rahmen des Projektes „BIWAQ – Gemeinsam für Hagen“ finanziert. Das Projekt „BIWAQ – Gemeinsam für Hagen“ wird im Rahmen des ESF-Programms „BIWAQ (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier)“ durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.