Villa Rudolf Springmann

Die Villa des Industriellen Rudolf Springmann, ChristianRohlfs-Straße 49 (früher Coloniestraße), wurde 1911 nach Plänen des belgischen Architekten Henry van de Velde (1863-1954) erbaut. Sie war ursprünglich als Teil einer Siedlung vorgesehen, die der Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus nahe seinem Landsitz Hohenhof an der Straße Stirnband in Hagen-Eppenhausen verwirklichen wollte. Rudolf Springmann (1854-1934), Mitinhaber des Stahlwerks Funcke und Elbers, unterstützte zwar prinzipiell die Bestrebungen von Osthaus, bevorzugte letztlich aber ein Baugrundstück auf der anderen Talseite unmittelbar am Stadtgarten.

Ähnlich wie beim Hohenhof sind das zweistöckige Mansarddach in Schieferdeckung mit ausdrucksstarken Kurven und die halbkreisförmigen Fenster typisch für Henry van de Veldes Baustil in dieser Phase der frühen Moderne im Anschluss an den Jugendstil. Der zweistöckige halbrunde Erker beherbergte ursprünglich einen durchgehenden Wintergarten und war ornamental verglast. 

Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Hagen erfolgte am 16.5.1994. Nach Planungen durch den Hagener Architekten Erwin Sommer wurde das herrschaftliche Haus (über 500 Quadratmeter Wohnfläche) 2009/2010 inklusive der äußeren Farbgebung aufwändig denkmalgerecht saniert.

Fotos vor 1920 (oben Ansicht Gartenseite, darunter Straßenseite), aus dem Buch „Henry van de Velde“, von Karl Ernst Osthaus, Folkwang-Verlag 1920

Gefördert durch