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Trotz den seit nun über fünf Wochen bestehenden Einschränkungen insbesondere im Kultur- und Freizeitleben (der sogenannte „Lockdown light“) sind die Corona-Infektionen vielerorts weiterhin hoch. Auch in Hagen haben sich die Zahlen kaum verbessert, seit Tagen ist unsere Stadt NRW-weit mit am stärksten betroffen.

Wie in anderen Städten auch, sind die Infektionszahlen in Zusammenhang mit Berufsschulen in Hagen auffällig. Beinahe jeden Tag wurden in den vergangenen Wochen neue Fälle von den Kaufmannsschulen und den Cuno-Berufskollegs gemeldet – auch heute wieder. Dass in diesen Schulen ein regelrechtes „Corona-Chaos“ herrscht, berichtete die Westfalenpost in ihrer heutigen Ausgabe (Artikel hinter Bezahlschranke).

Laut einer Mitteilung der Stadt Hagen seien die gleichbleibend hohen Infektionszahlen in unserer Stadt auch auf Schulen und Kitas zurückzuführen. Durch Einzelfälle käme es immer wieder zu Quarantänemaßnahmen oder Schließungen, in deren Rahmen dann Reihentestungen stattfinden, die oftmals weitere positive Folgefälle ans Licht bringen. 

Keine Maske: 50 Euro

Deshalb wurde nun die Maskenpflicht rund um weiterführende Schulen verschärft. Ab Mittwoch, 9. Dezember, ist vor und nach dem Schulbesuch zwischen 7 und 16.30 Uhr das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler:innen in einem Radius von 50 Metern rund um die weiterführenden Schulen und Berufsschulen nun Pflicht.

Schon seit Beginn dieser Woche kontrollieren das Ordnungsamt und die Polizei verstärkt im Umfeld von Schulen auf Verstöße gegen das Ansammlungsverbot und die Maskenpflicht und verhängen sofort Bußgelder. Wer keine Maske trägt, wo es Pflicht ist, muss 50 Euro bezahlen. 

Verstöße gegen Corona-Gesetze

Doch nicht nur rund um Schulen wird die Maskenpflicht in Hagen vielfach lasch gehandhabt. Im November hat das Hagener Ordnungsamt 193 Personen Platzverweise erteilt, weil sich Gruppen zu eng auf öffentlichen Plätzen versammelt hatten. In 14 Fällen wurden Ordnungswidrigkeiten angezeigt, was jeweils ein Bußgeld (inkl. Gebühren) von 180 Euro bedeutet. Die Ordnungsamtstreifen auf dem Bahnhofsplatz und in der Fußgängerzone kontrollierten im November 267 Personen ohne Mund-Nasen-Schutz. Für 205 hatte das ein Bußgeld von je 50 Euro zur Folge.

In 672 Hagener Betrieben, die im November auf die Einhaltung der Coronaschutzverordnung überprüft wurden, wurden 30 Verstöße festgestellt. In 26 Fällen handelte es sich um schwere Verstöße oder Wiederholungsverstöße, was ein Bußgeld zwischen 50 und 5.000 Euro zuzüglich Gebühren und Auslagen bedeutet.

Pflegeheime stark betroffen

„Es ist uns besonders wichtig, nicht willkürlich neue Maßnahmen zu erlassen, sondern mögliche neue Regeln in erster Linie da anzusetzen, wo das Infektionsgeschehen tatsächlich stattfindet“, teilt Hagens Oberbürgermeister Erik Schulz mit. So stehen neben den weiterführenden Schulen ebenfalls Pflegeheime im Fokus. Diese seien besonders für die hohen Infektionszahlen in Hagen verantwortlich, sagt Dr. Anjali Scholten, Leiterin des Gesundheitsamtes: „Ausbrüche in Pflegeheimen führten zu einer deutlichen Steigerung der Inzidenz.“ So hätten vier positiv Getestete in einem Heim nachweislich 81 weitere Personen infiziert. Aus diesen Fällen wiederum entstünden Folgefälle bei den Familien der Betroffenen. Um Infektionen schneller zu erkennen und größere Ausbrüche zu verhindern, werden nun die Schnelltests für Heimpersonal ausgeweitet.

Generell legt die Stadt einen Schwerpunkt auf möglichst viele Testungen und die Nachverfolgung von Erstkontakten, die durch 50 Neueinstellungen nun wieder innerhalb eines Tages erfolgen könnten. Das Gesundheitsamt führt im Zusammenhang mit Infektionen in Kitas, Schulen und Heimen bis zu 1.000 Testungen asymptomatischer Kontaktpersonen pro Tag durch. Hinzu kommen die Tests der Hausärzt:innen bei Personen mit Symptomen.


[Update 8.12., 21.50 Uhr] In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es, die Maskenpflicht rund um weiterführende Schulen gelte ab 8 Uhr. Richtig ist, dass sie ab 7 Uhr gilt.


Verwendete Quellen:

  • Verschiedene Pressemitteilungen der Stadt Hagen
  • Westfalenpost Hagen