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Wie die Stadt Hagen heute mitteilt, sind in Hagen viele Fälle der Delta-Mutation des Corona-Virus SARS-CoV-2 entdeckt worden. Die Mutation mit der Nummer B.1.617.2 wurde zuerst in Indien entdeckt, wo es zuletzt zu teils verheerenden Ausbrüchen mit einer Überlastung des Gesundheitssystems kam. Auch in Großbritannien hat sie sich mittlerweile stark ausgebreitet. Erste Studien deuten darauf hin, dass sie bis zu 50 Prozent ansteckender als die „britische“ Alpha-Mutation B.1.1.7 ist.

In Hagen gibt es bereits 16 nachgewiesene Fälle der Delta-Mutation. 18 weitere Infektionen stehen in einem Zusammenhang mit den bestätigten Fällen, sodass auch hier der Verdacht auf diese Variante besteht. Die bisherigen Delta-Fälle gehen auf vier voneinander unabhängige familiäre Ausbrüche zurück.

Bereits in der vergangenen Woche waren Neuinfektionen mit der Delta-Variante in der Statistik der Stadt Hagen aufgetaucht, eine weitere Information der Bevölkerung erfolgte aber erst heute. Ob es sich bei den Infizierten, wie in vielen anderen Deutschen Städten, um Personen handelt, die kurz zuvor nach Indien oder Großbritannien gereist waren, teilte die Stadt bislang nicht mit.

Mutationen des Corona-Virus können erst entdeckt werden, wenn ein positiver PCR-Test daraufhin gezielt in einem Labor sequenziert wird. Eine solche Sequenzierung erfolgt nur stichprobenartig bei den positiven Corona-Tests.

Schutz erst ab der zweiten Impfung

Die Delta-Variante B.1.617.2 ist nicht nur für ungeimpfte Personen deutlich ansteckender als die bisher verbreiteten Virus-Varianten. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass auch eine Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erst ab der zweiten Spritze vor ihr schützt. Nach der Zweitimpfung soll aber ein deutlich verbesserter Schutz bestehen. Ähnliches scheint sich für den Impfstoff von Astrazeneca abzuzeichnen.

Ob die Delta-Variante zu mehr schweren Verläufen von Covid-19 führt, ist derzeit nicht ganz klar. Die staatliche britische Gesundheitsorganisation Public Health England (PHE) schätzt nach ersten Erkenntnissen, dass es ein höheres Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante.