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Knapp zwei Wochen gelten in ganz Deutschland nun verschärfte Corona-Schutzregeln und beinahe überall sinken die Infektionszahlen. Hagen hat etwas länger gebraucht, doch so langsam scheint auch in unserer Stadt ein leichter Rückgang zu erfolgen. Mit 235,3 liegt die 7-Tages-Inzidenz am heutigen Freitag spürbar unter dem Wert von letzter Woche (284,1) – ja es ist sogar der niedrigste gemeldete Wert seit dem 13. April. Auch die Zahl der akut infizierten Personen ist kontinuierlich gesunken, liegt heute bei 863.

Grafik: Stadt Hagen

Aus der neunten umfassenden Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen, die diesmal für den Zeitraum von 27. April bis 3. Mai vorliegt, geht hervor, dass wieder mehr Infektionen einen unklaren Ursprung haben: der Anteil des „diffusen“ Infektionsgeschehens steigt deutlich auf 34,5 Prozent (Vorwoche: 28,8 Prozent) – bei mehr als einem Drittel der Infizierten ist nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Nur noch 5,9 Prozent (Vorwoche: 8,4 Prozent) der Personen steckten sich nachweislich am Arbeitsplatz an. Vielleicht auch durch Distanzunterricht und Notbetreuung sind nur noch 0,4 Prozent (Vorwoche: 1,5 Prozent) der Infektionen auf Schule oder Kita zurückzuführen. Lediglich 0,2 Prozent (Vorwoche: 1,3 Prozent) der Infektionen erfolgten im medizinischen bzw. pflegerischen Bereich und erneut keine Neuansteckungen (Vorwoche: 0,0 Prozent) sind auf Gemeinschaftseinrichtungen zurückzuführen. Mit 58,9 Prozent (Vorwoche: 59,9 Prozent) erfolgt weiterhin der größte Anteil der Ansteckungen im privaten Umfeld, also zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten.

Mit einer sinkenden Infektionszahl wurden auch weniger PCR-Tests in Hagen durchgeführt: In der Kalenderwoche untersuchten Labore 1.980 Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 2.185), von denen allerdings 36,4 Prozent (Vorwoche: 33,2 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, einmal pro Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in einer stetig wachsenden Zahl von Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss ein Labortest erfolgen.

In Hagen gibt es weiterhin 32 Test-Center (Vorwoche: 32). Davon befindet sich jedoch noch immer kein einziges in Wehringhausen – als einzigem Stadtteil neben dem Altenhagen und Eilpe. Viele der Teststellen befinden sich in der Innenstadt (Fußgängerzone) sowie in Haspe. Es gibt auch mehrere Möglichkeiten für Drive-in-Tests.

Vom 27. April bis 4. Mai wurden an den Test-Centern insgesamt 18.764 (Vorwoche: 13.286) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Von diesen waren 52 (Vorwoche: 59) durch einen PCR-Test bestätigt positiv.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
0-4 Jahre322,5270,4
5-14 Jahre300,7522,0
15-34 Jahre329,9406,0
35-59 Jahre252,6281,1
60-79 Jahre73,397,7
über 80 Jahre14,594,0

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass noch immer ein besonders hoher Anteil der Neuninfektionen auf Kinder und Jugendliche sowie jüngere Erwachsene zurückzuführen ist. Bei Senior*innen hingegen sinken die Infektionen deutlich. Die sechs in dieser Woche in Hagen an COVID-19 verstorbenen Personen waren alle älter als 60 Jahre, außer in einem Fall auch älter als 70.

In den vergangenen sieben Tagen wurden von der Stadt Hagen insgesamt 444 (Vorwoche: 536) Neuinfektion gemeldet. Die gemeldeten Fälle der Stadt und damit auch die Inzidenz unterscheidet sich noch immer deutlich von den Angaben des RKI. In der Vergangenheit wurden diese Differenzen durch einen Verzug bei der Erfassung der Fälle verursacht. Werden Fälle verzögert gemeldet, fließen diese in die Berechnung der Bundesbehörde nicht mehr ein.

Die Wocheninzidenz liegt laut Zählung der Stadt Hagen heute bei 235,3 (Vorwoche: 284,1). Aktuell gelten in Hagen 863 (Vorwoche: 924) Personen offiziell als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 613 (Vorwoche: 789) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

Nach Angaben des RKI liegt Hagen weiterhin auf Platz 2 (Vorwoche: 2) von 53 der Städte/Kreise mit der höchsten Inzidenz in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit belegen wir Platz 18 (Vorwoche: 14) von 412.

In der vergangenen Woche sind in Hagen 6 (Vorwoche: 4) Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 294 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 8 (Vorwoche: 9) schwersterkrankte COVID-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 4 (Vorwoche: 2) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 80 (Vorwoche: 81) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 9 (Vorwoche: 11) zur Verfügung, was 11,3 (Vorwoche: 13,6) Prozent entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein. Bis auf das Allgemeine Krankenhaus melden alle Hagener Kliniken derzeit Engpässe oder komplette Auslastung im Intensivbereich.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 72.239 (Vorwoche: 62.639) Hagener*innen die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen. Vollständig geimpft sind nun 15.338 (Vorwoche: 14.321) Personen. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL – auch bspw. auf dem Bodelschwinghplatz – enthalten. Zusätzlich sind Impfungen des Personals direkt in den Hagener Krankenhäusern erfolgt.

Mittlerweile sind im Hagener Impfzentrum auch Termine für die Prioritätsstufe 3, der letzen Priorität vor einer allgemeinen Impfmöglichkeit für alle Menschen, möglich.

Kitas und Schulen

Zwar befinden sich die Kitas und Schulen in Hagen aufgrund der extrem hohen Inzidenz weiterhin in der Notbetreuung bzw. im Distanzunterricht. Dennoch waren auch in dieser Woche einige Einrichtungen von COVID-19-Infektionen betroffen. Zu neuen Quarantänemaßnahmen kam es an der Fritz-Reuter-Förderschule (Boelerheide) und der Gebrüder-Grimm-Grundschule (Eckesey). Weitere Quarantänemaßnahmen wurden an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Förderschule (Wehringhausen) nötig.

Blick über die Stadtgrenze

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS innerhalb einer Woche ein weiteres Mal deutlich auf 138,3 (Vorwoche: 166,8) gesunken. Am stärksten betroffen ist heute nach Angaben des RKI Leverkusen (252,2), gefolgt von Hagen (223,6) und Hamm (219,6). In NRW liegen aktuell laut RKI 46 (Vorwoche: 49) Städte/Kreise über der Inzidenz von 100, davon 20 über 150, 15 über 165 und 5 (Vorwoche: 13) über der Inzidenz von 200. In NRW liegen nun 7 Kreise (Vorwoche: 4) unter 100, weiterhin jedoch keiner (Vorwoche: 0) unter 50 oder gar unter 35. In Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen die zweite Woche in Folge teils deutlich gesunken: Stadt Dortmund 173,1 (Vorwoche: 198,7); Kreis Unna 147,1 (Vorwoche: 204,4); Ennepe-Ruhr-Kreis 100,0 (Vorwoche: 137,9); Märkischer Kreis 151,6 (Vorwoche: 205,5).

Auch bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz auf jetzt 125,7 (Vorwoche: 153,4) gesunken. In ganz Deutschland melden nur noch 38 (Vorwoche: 92) Städte/Kreise bzw. 9 Prozent eine extreme Infektionslage oberhalb einer Inzidenz von 200, insgesamt 267 (Vorwoche: 325) bzw. 64 Prozent liegen über 100, 116 über 150 und 93 über 165. Die Zahl der deutschen Städte und Kreise unterhalb einer Wocheninzidenz 50 steigt weiter auf 18 (Vorwoche: 10) bzw. 4 Prozent. Jetzt 5 (Vorwoche: 3) bzw. 1 Prozent aller Städte/Kreise haben derzeit die Inzidenz von 35 unterschritten.