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Ab dem heutigen Freitag hat Hagen nun so stabil und dauerhaft die 50er-Inzidenz unterschritten, dass auch bei uns weitere Lockerungen möglich sind. Und nicht nur das: Auch die 35er-Grenze ist seit bereits vier Werktagen unterschritten. Hält sich der Wert morgen weiterhin unter 35, könnten schon ab Montag, 21. Juni, die nächsten Corona-Maßnahmen gestrichen werden. Allerdings: Damit haben wir in NRW noch immer die rote Laterne als am stärksten betroffene Stadt und gehören auch wieder zu den zehn Städten und Kreisen mit der höchsten Infektionsrate in ganz Deutschland.

Grafik: Stadt Hagen

Wie aus der fünfzehnten Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 8. bis 14. Juni vorliegt, kann das Hagener Gesundheitsamt trotz der drastisch gesunkenen Infektionszahlen den Ursprung von einem großen Teil der neuen Ansteckung nicht zurückverfolgen. Bei 39,1 Prozent (Vorwoche: 30,3 Prozent) kann die Infektionsquelle nicht ermittelt werden, sie sind „diffus“. Die Zahl der Personen, die sich am Arbeitsplatz angesteckt haben, ist erneut deutlich auf 5,8 Prozent (Vorwoche: 3,7 Prozent) gestiegen. Keine neuen Ansteckungen konnten jedoch auf Schulen und Kitas (Vorwoche: 0,9 Prozent), den medizinischen und pflegerischen Bereich (Vorwoche: 0,9 Prozent) oder Gemeinschaftseinrichtungen (Vorwoche: 0,0 Prozent) zurückgeführt werden. Mit 55,1 Prozent (Vorwoche: 64,2 Prozent) erfolgt nur noch etwas mehr als jede zweite Ansteckungen im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten.

Erneut wurden mit sinkenden Infektionszahlen auch weniger PCR-Tests in Hagen durchgeführt: In der Kalenderwoche 23 untersuchten Labore 547 Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 715), von denen weiterhin ein Viertel bzw. 26,7 Prozent (Vorwoche: 26,7 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, kostenlose Corona-Schnelltests durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in anerkannten Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss sofort ein PCR-Test in einer ärztlichen Praxis erfolgen.

In Hagen gibt es über 40 Test-Center – darunter auch eines in Wehringhausen. Vom 8. bis 14. Juni wurden an den Test-Centern insgesamt 30.686 (Vorwoche: 32.531) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Bei 3 (Vorwoche: 13) wurde ein positives Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigt, 2 (Vorwoche: 6) Tests waren „falsch positiv“.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
Alle29,149,8
0-4 Jahre41,60,0
5-14 Jahre45,490,8
15-34 Jahre46,396,9
35-59 Jahre26,849,0
60-79 Jahre7,39,8
über 80 Jahre21,77,2
(Quelle: RKI)

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen der vergangenen sieben Tage in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass diese nicht in allen Altersgruppen gesunken sind – bei Kleinkindern bis 4 Jahren gab es wieder einen Anstieg, der jedoch weit von den drastisch hohen Zahlen vor einigen Wochen entfernt ist. In Bezug auf die gesamte Inzidenz sind Jugendliche und junge Erwachsene zwar immer noch besonders betroffen, jedoch nicht mehr so weit über dem Durchschnitt. Auffällig ist nach den stetigen Rückgängen der vergangenen Wochen ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen bei Personen, die älter als 80 Jahre sind. Aus dieser Altersgruppe stammte auch eine der beiden in dieser Woche in Hagen an Covid-19 verstorbenen Personen. Die andere war allerdings erst knapp über 50 Jahre alt.

(Grafik: Stadt Hagen)

Mit 74,1 Prozent (Vorwoche: 79,4 Prozent) waren im Vier-Wochen-Zeitraum 18. Mai bis 14. Juni laut Angabe des Hagener Gesundheitsamtes die mit Abstand meisten Neuinfektionen in Hagen zwar weiterhin auf die Corona-Variante Alpha zurückzuführen, jedoch ist deren Gesamtanteil erneut gesunken. Auf Beta gehen nun keine (Vorwoche: 0,2 Prozent) der Infektionen zurück, auf Gamma entfallen weiterhin 0,3 Prozent (Vorwoche: 0,3 Prozent). Der Anteil der als besonders ansteckend geltenden Mutation Delta ist erneut auf jetzt 6,6 Prozent (Vorwoche: 4,5 Prozent) der Hagener Neuinfektionen im betrachteten Zeitraum gestiegen. Bei 18,9 Prozent (Vorwoche: 15,6 Prozent) der positiven Tests konnte keine Mutation des Corona-Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden, was allerdings auch an einer nicht ausreichenden Virenmenge in der jeweiligen Probe liegen kann.

In den vergangenen sieben Tagen wurden dem RKI insgesamt 55 (Vorwoche: 94) Neuinfektion gemeldet. Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 29,1 (Vorwoche: 49,8). Aktuell gelten in Hagen 146 (Vorwoche: 207) Personen laut Gesundheitsamt als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 208 (Vorwoche: 235) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

In der vergangenen Woche sind in Hagen 2 (Vorwoche: 1) Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 317 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 2 (Vorwoche: 2) schwerkranke Covid-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 1 (Vorwoche: 0) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 76 (Vorwoche: 76) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 13 (Vorwoche: 9) zur Verfügung, was 17,1 Prozent (Vorwoche: 11,8 Prozent) entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 108.360 (Vorwoche: 104.879) Hagener*innen mindestens die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen, was etwa 57 Prozent aller Hagener*innen sind. Vollständig geimpft sind nun 67.622 (Vorwoche: 59.940) Personen und damit rund 36 Prozent der Hagener Bevölkerung. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL (etwa in Pflegeeinrichtungen oder beim Rettungsdienst) enthalten. Impfungen, die in den Hagener Krankenhäusern, in privatärztlichen Praxen oder bei Betriebsärzt*innen erfolgt sind, sind nicht mit berechnet.

Kitas und Schulen

Seit Montag findet in Hagen wieder ein regulärer Betrieb in Kitas und Schulen statt. Entsprechend waren auch wieder einige Einrichtungen von Corona-Infektionen betroffen, jedoch deutlich weniger als noch in der Vorwoche.

Zu Quarantänemaßnahmen kam es am Fichte-Gymnasium (Innenstadt), der Freiherr-vom-Stein-Schule (Vorhalle), der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule (Helfe) sowie der städtischen Kita Katernberg (Hohenlimburg).

Blick über die Stadtgrenze

Nach Angaben des RKI liegt Hagen mit einer Inzidenz von 29,1 weiterhin auf dem ersten Platz der 53 der Städte/Kreise mit der höchsten Inzidenz in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit sind wir jetzt auch zurück in den „Top 10“, heute liegen wir auf Platz 9 (Vorwoche: 13) von 412.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS nun die achte Woche in Folge deutlich gesunken auf jetzt 11,2 (Vorwoche: 20,6). Am stärksten betroffen ist heute Hagen (29,1), gefolgt von Wuppertal (20,8) und Bonn (18,5). In NRW liegen nun alle 53 Kreise (Vorwoche: 30) unter 35. Auch in Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen eine weitere Woche in Folge gesunken: Stadt Dortmund 17,0 (Vorwoche: 20,7); Kreis Unna 8,4 (Vorwoche: 21,3); Ennepe-Ruhr-Kreis 10,8 (Vorwoche: 21,6); Märkischer Kreis 14,4 (Vorwoche: 30,2).

Bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz ebenfalls erneut auf jetzt 10,3 (Vorwoche: 18,6) gesunken. In ganz Deutschland liegen weiterhin keine Stadt und kein Kreis über 100. Die Zahl der deutschen Städte und Kreise unterhalb einer Wocheninzidenz von 50 steigt weiter auf 411 von 412 (Vorwoche: 400) bzw. 100 Prozent. Schon 407 (Vorwoche: 370) bzw. 99 Prozent aller Städte/Kreise haben derzeit außerdem die Inzidenz von 35 unterschritten. 10 deutsche Städte und Kreise bzw. 2 Prozent weisen derzeit sogar eine Inzidenz von 0 auf.

Regeln in Hagen

Aktuell und mindestens noch bis einschließlich Sonntag, 20. Juni, gelten in Hagen weiterhin unter anderem die folgenden Regelungen der „Inzidenzstufe 2“ (über 35 bis 50).

GGG: Diese Angabe bedeutet im Folgenden, dass hier bestimmte Regeln nur für Getestete (zertifizierter negativer Schnell- oder PCR-Test), Geimpfte (mind. 2 Wochen nach vollständiger Impfung) oder Genesene (mit entsprechendem Nachweis) gelten.

  • Keine Ausgangsbeschränkungen
  • Treffen im öffentlichen Raum von beliebig vielen Personen aus bis zu 3 Haushalten ODER bis zu 10 GGG-Personen aus beliebig vielen Haushalten
  • Kinder- und Jugendarbeit mit Gruppen bis 20 Personen GGG
  • Kulturveranstaltungen sind möglich: Konzerte, Theater, Opernhäuser und Kinos außen mit bis zu 500 Personen Personen GGG und festem Sitzplan; Museen, Galerien etc. dürfen auch ohne Terminbuchung öffnen
  • Kontaktsport innen mit 12 und außen mit bis zu 25 Personen GGG; kontaktfreier Sport (Fitnessstudio etc.) mit beliebig vielen Personen GGG; Sportveranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauer*innen GGG
  • Schwimmbäder, Indoorspielplätze etc. mit begrenzter Anzahl GGG
  • Freizeitparks sowie Ausflugsschiffe, Museumsbahnen etc. innen mit ggf. begrenzter Anzahl GGG nur, wenn auch landesweite Inzidenz unter 50
  • Minigolfanlagen, kleinere Kletterparks etc. nur für GGG 
  • Zoos und botanische Gärten nur mit Termin
  • Clubs und Discos bleiben geschlossen
  • Bordelle bleiben geschlossen
  • Shopping außer Grundbedarf: Nur 1 Kund*in pro 10 Quadratmeter (keine Termine, kein GGG)
  • Märkte und Messen ohne Kirmeselemente mit begrenzter Personenanzahl; mit Kirmeselementen mit begrenzter Anzahl GGG
  • Tagungen und Kongresse bis 500 Personen GGG
  • Private Feiern innen mit bis zu 50 und außen mit bis zu 100 Personen GGGPartys sind verboten
  • Gastronomie außen ohne Nachweis, innen GGG
  • Hotels können uneingeschränkt für GGG öffnen

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