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Seit einer Woche sind nun Herbstferien und die Infektionszahlen sinken zwar, Hagen liegt nun nach einer Woche auf „Platz 2“ aber wieder an der NRW-Spitze bei den Neuinfektionen. Auch sind die positiven Testungen bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen trotz fehlender Tests in Schulen noch immer sehr hoch. Weiterhin ssind zwei weitere Corona-Tote in unserer Stadt zu betrauern.

Kennzahlen zur Corona-Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

In der vergangenen Woche wurden aus Hagen insgesamt 249 (Vorwoche: 256) neue positive Corona-Tests gemeldet. Der 7-Tage-R-Wert (also die Anzahl an weiteren Personen, die ein:e Infiziert:e rechnerisch ansteckt) liegt damit heute bei 0,95 (Vorwoche: 0,96) und somit unter eins – die Zahl der Neuinfektionen ist im Laufe der Woche also gesunken. Mittlerweile haben sich im Verlauf der Pandemie insgesamt 8,0 Prozent (Vorwoche: 7,9 Prozent) der gesamten Hagener Bevölkerung nachweislich mit Corona infiziert.

Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 132,0 (Vorwoche: 135,7). Die täglichen Schwankungen sind momentan weiterhin groß, die Tendenz ist aber leicht positiv. Aktuell gelten in Hagen 512 (Vorwoche: 522) Personen laut Gesundheitsamt als akut infiziert beziehungsweise ansteckend. Sie befinden sich, wie auch ihre nächsten 218 (Vorwoche: 229) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

Welche Altersgruppen sind in Hagen besonders von Corona betroffen?

wdt_ID Datum Alle 0-4 Jahre 5-14 Jahre 15-34 Jahre 35-59 Jahre 60-79 Jahre über 80 Jahre
1 01.10.2021 145,70 156,00 641,10 133,80 110,50 22,00 28,90
2 08.10.2021 135,70 124,80 482,30 186,80 91,60 31,80 36,20
3 15.10.2021 132,00 124,80 380,10 159,20 127,90 36,60 21,70
4 22.10.2021 106,00 156,00 283,70 117,60 93,20 51,30 28,90
5 29.10.2021 131,40 104,00 283,70 173,00 120,00 70,90 57,90
6 05.11.2021 111,30 83,20 261,00 138,40 105,80 56,20 43,40
7 12.11.2021 176,00 239,20 448,20 209,90 154,70 78,20 50,60
8 19.11.2021 217,30 124,80 703,60 239,90 181,60 107,50 72,30
9 26.11.2021 316,90 145,60 851,10 380,60 307,90 149,00 94,00

Eine Woche nach Beginn der Herbstferien – und damit ohne mehrmals wöchentliche Corona-Test – sinkt die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter in Hagen. Sie ist allerdings noch immer sehr hoch.

Die Inzidenz bei Säuglingen und jungen Kindern bis 4 Jahren liegt mit erneut 12 Fällen weiterhin leicht unter der durchschnittlichen Inzidenz in Hagen. Die weiterhin weitgehend ungeimpften und seit Wochen am stärksten betroffenen 5- bis 14-Jährigen verzeichnen wieder einen Rückgang, sind trotz Ferien mit 67 Fällen (Vorwoche: 85) weiterhin mit Abstand am heftigsten betroffen. Sie erreichen beinahe das Dreifachen der Gesamtinzidenz, die wiederum die höchste in NRW ist.

Bei den 15- bis 34-Jährigen steigen die neuen positiven Testungen auf 69 (Vorwoche: 81). Sie bilden weiterhin die vergleichsweise am zweitstärksten betroffene Kohorte. Bei den 35- bis 59-Jährigen zeigt sich mit 81 Fällen (Vorwoche: 58) ein drastischer Anstieg.

Die Gesamtzahl bei der besonders gefährdeten und eigentlich auch weitgehend durchgeimpften Altersgruppen ab 60 Jahren liegt erneut bei 18 neuen 18 Fällen.

Wie ist die Corona-Lage an Hagener Kitas und Schulen?

Am vergangenen Freitag, dem letzten Schultag vor den Herbstferien und kurz nach Veröffentlichung meines letzten Corona-Wochenrückblicks, wurden vom Hagener Gesundheitsamt noch neue Quarantänemaßnahmen an Astrid-Lindgren-Grundschule und Grundschule Im Kley gemeldet.

Wo stecken sich die Menschen in Hagen mit Corona an?

(Quelle: Stadt Hagen)

Wie aus der aktuellen Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 5. bis 11. Oktober vorliegt, ist die Zahl der nicht mehr rückverfolgbaren Infektionen deutlich gestiegen.

Knapp die Hälfte bzw. 47,3 Prozent (Vorwoche: 41,2 Prozent) und damit wieder die meisten Infektionen erfolgten „diffus“. Mit 41,0 Prozent (Vorwoche: 49,4 Prozent) erfolgt aber weiterhin ein großer Anteil im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund:innen und Verwandten. An Schulen und Kitas erfolgten im betrachteten Zeitraum 6,3 Prozent (Vorwoche: 6,0 Prozent) der Neuinfektionen, sind also weiterhin dritthäufigster Infektionsort.

Die viertmeisten Ansteckungen fanden mit 2,0 Prozent (Vorwoche: 2,6 Prozent) am Arbeitsplatz statt, genauso wie ebenfalls 2,0 Prozent (Vorwoche: 0,0 Prozent) auf Auslandsreisen. Auf 1,2 Prozent (Vorwoche: 0,4 Prozent) kommen Gemeinschaftseinrichtungen und der medizinisch/pflegerische Bereich bleibt bei einem Anteil von 0,4 Prozent (Vorwoche: 0,4 Prozent).

In der Kalenderwoche 40 untersuchten Labore im Rahmen des Infektionsschutzes insgesamt 698 (Vorwoche: 793) vom Gesundheitsamt angeordnete Hagener Corona-Proben, von denen 49,4 Prozent (Vorwoche: 41,0 Prozent) positiv waren. Einen aktuellen Wert, wie hoch der Anteil der Geimpften unter den Neuinfektionen ist (sogenannte Impfdurchbrüche) liefert die Stadt Hagen in dieser Woche leider erneut nicht.

Die Gesamtzahl der durchgeführten Schnelltests wird von der Stadt Hagen in ihrer Wochenstatistik nicht mehr angegeben. Wohl aber, dass in der KW 40 insgesamt 287 (Vorwoche: 263) SARS-CoV-2-Schnelltests ein per PCR-Test bestätigtes positives Ergebnis zeigten und so dabei halfen, 14,3 Prozent (Vorwoche: 13,3 Prozent) aller bekannten Infektionen zu entdecken.

Wo gibt es in Hagen kostenlose Corona-Schnelltests?

Seit dem 11. Oktober 2021 sind kostenlose Schnell-Test nur noch für wenige Personengruppen möglich, und zwar für

  • alle unter 18 Jahren;
  • Schwangere;
  • Studierende, die mit einem in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoff geimpft wurden;
  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können;
  • Personen, die sich in Quarantäne befinden, keinerlei Symptome haben und sich ab dem 7. Tag (Schüler:innen ab dem 5. Tag) „freitesten“ lassen möchten;
  • Teilnehmende an Studien zur Impfstoffwirksamkeit.

Hier gibt es kostenreduzierte Tests für Einmal-Geimpfte

Einige Test-Center in Hagen wollen aber zur Impfung motivieren und bieten bis Ende des Jahres einen besonderen Service an. Wer bislang erst einmal gegen Corona geimpft wurde und noch auf den zweiten Test wartet, kann sich hier mit einem Rabatt testen lassen (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Hagen-Mitte
  • Elbershallen Drive-In, Frankfurter Straße 30
  • Internationale Rathaus-Apotheke, Badstraße 4
  • Le Chat Noir, Lange Straße 37
  • Malteser Hilfsdienst, Boeler Straße 94
  • Markthalle Hagen, Elberfelder Straße 12
  • Pro-Physio David Lopez Rehasportzentrum, Bahnhofstraße 30
  • Schnelltest-Drive-in am Westfalenbad, Stadionstraße 15
  • Team-Apotheke Emst, Emster Straße 91
Haspe
  • Altstadt-Apotheke, Voerder Straße 2a
  • Hubertus-Apotheke, Kölner Straße 10
Hagen-Nord
  • Team-Apotheke Hohenlimburg, Möllerstraße 18
  • Wochenmarkt Boele, Ecke Schwerter Straße/Dortmunder Straße
Hohenlimburg
  • Drive-in „Am Kirchenbergstadion“, Berliner Allee 54
  • WAK Full-Service Agentur GmbH, Rohrstraße 17

Was kosten die Schnelltests künftig?

Es gibt keine einheitliche Regelung und jedes Test-Center kann die Preise selber bestimmen. Meiner Recherche nach liegen die Preise für einen Antigen-Schnelltest aber bei etwa 15 Euro, mit Rabatt für Erstgeimpfte bei rund 10 Euro.

Wie viele Menschen liegen in Hagen mit Covid-19 im Krankenhaus?

In der vergangenen Woche sind in Hagen zwei Menschen an Covid-19 gestorben (Vorwoche: 0). Beide waren älter als 80 Jahre. Die Gesamtzahl der Toten, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Hagen gemeldet wurden, bleibt damit bei 336 seit Beginn der Pandemie. Damit sind seit Beginn der Pandemie 2,2 Prozent aller Corona-Infektionen in Hagen tödlich verlaufen.

In den Hagener Krankenhäusern mussten am Stichtag 13. Oktober laut Angaben der Stadt insgesamt 17 (Vorwoche: 16) Personen mit Covid-19 behandelt werden. Bei 10 (Vorwoche: 10) lag kein vollständiger Impfschutz vor. Auf den Hagener Intensivstationen wurden am Stichtag laut Stadt Hagen 10 (Vorwoche: 11) schwerste Covid-19-Fälle behandelt, von denen 7 (Vorwoche: 7) keinen vollständigen Impfschutz hatten.

Die Angaben über Covid-19-Fälle auf den Hagener Intensivstationen, die von der Stadt gemeldet werden, weichen weiterhin sehr deutlich von denen im „offiziellen“ DIVI-Intensivregister ab. Mein Nachfrage, wie es zu dieser Abweichung kommt, wollte oder konnte mir bislang leider keines der Hagener Krankenhäuser bzw. deren Betreiberfirmen beantworten.

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Wie viele Menschen in Hagen sind gegen Corona geimpft?

Rund 73,6 Prozent (Vorwoche: 73,4 Prozent) der Hagener Bevölkerung bzw. 138.939 Personen (Vorwoche: 138.533) sind mit Stand vom 11. Oktober mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Etwa 70,4 Prozent (Vorwoche: 69,9 Prozent) bzw. 132.794 Personen (Vorwoche: 131.886) haben nun den vollen Impfschutz. Außerdem haben jetzt 2.080 Hagener:innen (Vorwoche: 1.542) einen sogenannten „Impf-Booster“, also eine Auffrischungsimpfung, erhalten.

Die Stadt Hagen hat in einer Pressemitteilung am 7. Oktober 2021 verkündet, dass eine Erfassung der Impfquote auf Stadtebene nicht mehr möglich sei. Das stimmt so nicht: Mit der Schließung der Impfzentren am 29. September hat die KVWL lediglich tägliche Meldung der Impfzahlen eingestellt! Die Zahlen aus den kassenärztlichen Praxen werden ab sofort nun noch einmal pro Woche, immer montags, veröffentlich.

In den hier genannten Gesamtzahlen sind die Impfungen im Hagener Impfzentrum, durch mobile Teams der KVWL und in kassenärztlichen Praxen enthalten. Die zusätzlichen Impfungen bei Betriebs- und Privatärzt:innen sowie in Krankenhäusern werden in der Statistik nicht erfasst. Die tatsächliche Zahl der Geimpften dürfte daher etwas höher sein, geschätzt sind es jeweils etwa 2.000 bis 3.000 Erst- und vollständig Geimpfte mehr.

Wo kann ich mich in Hagen gegen Covid-19 impfen lassen?

Das Hagener Impfzentrum ist geschlossen. Für Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen sind nun vor allem die hausärztlichen Praxen zuständig.

Außerdem werden Impfaktionen durch die Stadt Hagen am Samstag, 16. Oktober, von 12 bis 18 Uhr auf dem Friedrich-Ebert-Platz sowie am Sonntag, 17. Oktober, von 12 bis 18 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs angeboten. Die Zweitimpfungen zu beiden Aktionen finden gesammelt am 7. November auf dem Friedrich-Ebert-Platz statt.

Welche Corona-Regeln gelten aktuell in Hagen?

Die wichtigsten aktuellen Corona-Regeln in Hagen und NRW findest du auf der Corona-Übersichtsseite.

Wie ist die Corona-Lage in Hagens Nachbarschaft?

Nach rund einer Woche auf dem zweiten Platz hat Hagen die obere Stufe auf dem Treppchen zurück. Mit einer Inzidenz von 132,0 liegen wir heute auf Platz 1 (Vorwoche: 2) aller 53 Landkreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen. Nummer Zwei ist der Kreis Minden-Lübbecke (127,6), auf Platz 3 folgt der Kreis Lippe (96,3). Bundesweit belegen wir Platz 35 (Vorwoche: 19) der am stärksten betroffenen von allen 412 Städten/Kreisen. An der deutschen Spitze liegen das Berchtesgardener Land (312,2), Traunstein (259,2) und Rosenheim (235,9) – allesamt am südöstlichsten Zipfel von Bayern.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen sinkt nun bereits die siebte Woche in Folge auf jetzt 50,3 (Vorwoche: 48,5). Bundesweit liegt die durchschnittliche Inzidenz bei 68,7 (Vorwoche: 63,8).

Welche Corona-Regeln muss ich nach dem Urlaub beachten?

Wer über 12 Jahre alt ist und nach Deutschland einreist, egal aus welchem Land und mit welchem Verkehrsmittel, muss über ein aktuelles negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen.

Wer aus einem ausländischen Hochrisikogebiet einreist, muss sich darüber hinaus zuvor bei der Bundesregierung anmelden und sich unmittelbar nach der Ankunft am deutschen Wohnort für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Quarantäne kann ggf. durch einen negativen Test auf fünf Tage verkürzt werden.

Seit dem 10. Oktober gelten Brunei, Estland, Jemen, Lettland und die Ukraine als neue Hochrisikogebiete. Ab dem 17. Oktober sind außerdem Gabun sowie São Tomé und Príncipe als neue Hochrisikogebiete eingestuft.

Von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden hingegen am 10. Oktober Aserbaidschan, die französischen Überseegebiete Französisch-Polynesien, Guadeloupe, Martinique, St. Barthélemy und St. Martin, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien sowie die norwegischen Provinzen Oslo und Viken. Ab dem 17. Oktober gelten auch Algerien, Fidschi, Marokko, Sri Lanka und Tunesien nicht mehr als Hochrisikogebiete.

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