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Die erste Woche in Inzidenzstufe 1, also mit weitreichenden Lockerungen der meisten Corona-Regeln, liegt nun hinter uns. Und bislang ist die Inzidenz weiter gesunken – genau wie überall in NRW, wo diese Lockerungen teils schon seit einigen Wochen gelten. Auch die Impfkampagne nimmt in Hagen so langsam wieder an Fahrt auf. So wurden bereits zur Wochenmitte kurzfristig (und schnell ausgebucht) Impftermine für alle Hagener*innen über 16 vergeben. Neue Termine ganz ohne jede Prioriät gibt es wieder ab dem morgigen Samstag, 26. Juni. Dass möglichst viele Menschen jetzt möglichst bald geimpft werden, ist besonders im Kampf gegen die hochansteckende Delta-Mutation des Virus wichtig. Diese ist auch in Hagen deutlich auf dem Vormarsch und bislang haben erst 42 Prozent der Einwohner*innen unserer Stadt die nötige vollständige Immunisierung.

Grafik: Stadt Hagen

Wie aus der sechzehnten Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 15. bis 21. Juni vorliegt, kann das Hagener Gesundheitsamt trotz der weiterhin stark gesunkenen Infektionszahlen den Ursprung von einem großen Teil der neuen Ansteckung noch immer nicht zurückverfolgen. Bei 30,2 Prozent (Vorwoche: 39,1 Prozent) kann die Infektionsquelle nicht ermittelt werden, sie sind „diffus“. Die Zahl der Personen, die sich am Arbeitsplatz angesteckt haben, ist erneut deutlich – und diesmal sogar mit einem sehr großen Sprung – auf 15,1 Prozent (Vorwoche: 5,8 Prozent) gestiegen. Keine neuen Ansteckungen konnten jedoch weiterhin auf Schulen und Kitas, den medizinischen und pflegerischen Bereich oder Gemeinschaftseinrichtungen zurückgeführt werden. Mit 54,7 Prozent (Vorwoche: 55,1 Prozent) erfolgt zwar weiterhin mehr als jede zweite Ansteckungen im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten, jedoch geht der Anteil hier kontinuierlich zurück.

Trotz der stetig sinkenden Infektionszahlen wurden im Vergleich zur Vorwoche mehr PCR-Tests in Hagen durchgeführt: In der Kalenderwoche 24 untersuchten Labore 638 Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 547), von denen aber nur noch knapp jede fünfte bzw. 18,0 Prozent (Vorwoche: 26,7 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, kostenlose Corona-Schnelltests durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in anerkannten Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss sofort ein PCR-Test in einer ärztlichen Praxis erfolgen.

In Hagen gibt es über 40 Test-Center – darunter auch eines in Wehringhausen. Vom 15. bis 21. Juni wurden an den Test-Centern insgesamt 26.771 (Vorwoche: 30.686) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Bei 4 (Vorwoche: 3) wurde ein positives Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigt, 3 (Vorwoche: 2) Tests waren „falsch positiv“.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
Alle16,429,1
0-4 Jahre0,041,6
5-14 Jahre28,445,4
15-34 Jahre32,346,3
35-59 Jahre12,626,8
60-79 Jahre9,87,3
über 80 Jahre0,021,7
(Quelle: RKI)

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen der vergangenen sieben Tage in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass diese jetzt auch in allen Altersgruppen gesunken sind. Unter Kleinkindern bis 4 Jahren und bei älteren Personen über 80 Jahren wurde keine neuen positiven Tests durchgeführt. Noch immer weit überdurchschnittlich betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Obwohl Erwachsene ab 35 und insbesondere Senior*innen nur noch einen sehr geringen Anteil der neuen Infektionen ausmachen, gehörten alle drei in dieser Woche in Hagen an Covid-19 verstorbenen Personen der Altersgruppe 60+ an. Zwei Verstorbene waren dabei jedoch jünger als 65, eine Person annähernd 100 Jahre alt.

(Grafik: Stadt Hagen)

Mit noch 69,2 Prozent (Vorwoche: 74,1 Prozent) waren im Vier-Wochen-Zeitraum 25. Mai bis 21. Juni laut Angabe des Hagener Gesundheitsamtes zwar die mit Abstand meisten Neuinfektionen in Hagen weiterhin auf die Corona-Variante Alpha zurückzuführen, jedoch ist deren Gesamtanteil eine weitere Woche in Folge gesunken. Keine Infektionen in den betrachteten vier Wochen gingen mehr auf Beta oder Gamma zurück. Der Anteil der als besonders ansteckend geltenden, zuerst in Indien entdeckten Mutation Delta hat sich jedoch auf 12,2 Prozent (Vorwoche: 6,6 Prozent) nahezu verdoppelt. Bei 18,7 Prozent (Vorwoche: 18,9 Prozent) der positiven Tests konnte keine Mutation des Corona-Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden, was allerdings auch an einer nicht ausreichenden Virenmenge in der jeweiligen Probe liegen kann.

In den vergangenen sieben Tagen wurden dem RKI aus Hagen insgesamt 31 (Vorwoche: 55) Neuinfektion gemeldet. Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 16,4 (Vorwoche: 29,1) und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 26. September 2020. Aktuell gelten in Hagen 85 (Vorwoche: 146) Personen laut Gesundheitsamt als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 168 (Vorwoche: 208) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Hagen ist nun die zweite Woche in Folge gestiegen: In der vergangenen Woche sind in Hagen 3 (Vorwoche: 2) Menschen an Covid-19 gestorben. Die Gesamtzahl der Toten, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet wurden, steigt damit auf 320 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 1 (Vorwoche: 2) schwerkranke Covid-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 0 (Vorwoche: 1) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 78 (Vorwoche: 76) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 6 (Vorwoche: 13) zur Verfügung, was 7,7 Prozent (Vorwoche: 17,1 Prozent) entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 112.440 (Vorwoche: 108.360) Hagener*innen mindestens die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen, was etwa 60 Prozent aller Hagener*innen sind. Vollständig geimpft sind nun 78.486 (Vorwoche: 67.622) Personen und damit rund 42 Prozent der Hagener Bevölkerung. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL (etwa in Pflegeeinrichtungen oder beim Rettungsdienst) enthalten. Impfungen, die in den Hagener Krankenhäusern, in privatärztlichen Praxen oder bei Betriebsärzt*innen erfolgt sind, sind nicht mit berechnet.

Das Impfzentrum der Stadt Hagen stellt am morgigen Samstag, 26. Juni, neue Termine für eine Impfung gegen das Coronavirus unter www.terminland.de/impfzentrum-hagen ein. Alle Hagener*innen ab 16 Jahren können dann einen Termin vereinbaren.

Personen, die zwischen dem 3. Mai und 18. Juni ihre Erstimpfung im Hagener Impfzentrum über Restmengen mit Moderna oder AstraZeneca erhalten haben und deren Zweitimpfungstermine entsprechend zwischen dem 17. Juli und 10. September liegen, werden von der Stadt dringend gebeten, sich unter Angabe ihrer Telefonnummer mit dem Impfzentrum Hagen unter impfzentrum@stadt-hagen.de in Verbindung zu setzen. Da an den Tagen der Zweitimpfung nicht ausreichend Impflinge vorhanden sind, um ein komplettes Vial Impfstoff zu verbrauchen, bündelt das Impfzentrum nach Absprache mit den Betroffenen die Termine für die Zweitimpfungen.

Kitas und Schulen

Seit zwei Wochen findet in Hagen wieder ein regulärer Betrieb in Kitas und Schulen statt. Zu neuen Quarantänemaßnahmen kam es in dieser Woche jedoch ausschließlich an der Grundschule Im Kley (Hohenlimburg).

Blick über die Stadtgrenze

Nach Angaben des RKI hat Hagen mit einer Inzidenz von 16,4 eine weitere Woche die höchste Inzidenz aller 53 Landkreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit waren wir die Woche über durchgängig in den „Top 10“ der am stärksten betroffenen Städte/Kreise, sind heute jedoch auf Platz 17 (Vorwoche: 9) von 412 gefallen.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS nun die neunte Woche in Folge deutlich gesunken auf jetzt 6,4 (Vorwoche: 11,2). Am stärksten betroffen ist weiterhin Hagen (16,4), gefolgt vom Kreis Siegen/Wittgenstein (11,9) und dem Märkischen Kreis (11,7). In NRW liegen weiterhin alle 53 Kreise (Vorwoche: 0) unter 35, mittlerweile sogar alle unter 20. Auch in Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen eine weitere Woche in Folge gesunken: Stadt Dortmund 10,5 (Vorwoche: 17,0); Kreis Unna 3,8 (Vorwoche: 8,4); Ennepe-Ruhr-Kreis 3,4 (Vorwoche: 10,8); Märkischer Kreis 11,7 (Vorwoche: 14,4).

Bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz ebenfalls erneut auf jetzt 6,2 (Vorwoche: 10,3) gesunken. In ganz Deutschland liegen nun nur noch eine Stadt über 35 bzw. 411 darunter (Vorwoche: 407). 27 (Vorwoche: 10) bzw. 7 Prozent der deutschen Städte und Kreise weisen nun sogar eine Inzidenz von 0 auf.

Regeln in Hagen

In Hagen gelten mittlerweile die Regelungen der „Inzidenzstufe 1“ (unter 35) unter besonderer Berücksichtigung, dass auch die landesweite Inzidenz stabil unter 35 liegt.

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