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Zunächst ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Nach nun rund einem Jahr täglichen Durcharbeitens benötige ich eine kleine Verschnaufpause. In den kommenden vier Wochen nehme ich mir daher eine Auszeit – auch von der wöchentlichen Corona-Zusammenfassung. Allerdings werde ich weiterhin täglich die Statistiken füttern und die aktuelle Inzidenz für Hagen findet ihr ja auch immer aktuell auf der Startseite.

Die Infektionszahlen in Hagen sind stetig weiter gefallen. Mittlerweile haben wir die Spitzenposition unter den am stärksten betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten in NRW abgetreten und befinden uns auch deutschlandweit grade noch in den Top 50. Allerdings ist auch in ganz Deutschland die Pandemie derzeit weiter auf dem Rückmarsch, keine Kreise und Städte haben mehr eine Inzidenz über 35. Dennoch besteht kein Anlass zu Leichtsinnigkeit: Unter anderem durch Urlaubsreisen ins Ausland könnte sich auch bei uns die hochansteckende Delta-Mutation noch weiter ausbreiten und schließlich auch wieder zu schweren Erkrankungen führen. Der beste Schutz dagegen sind die Corona-Impfungen. Und die sind an diesem Wochenende im Hagener Impfzentrum sogar ohne Termin möglich.

Grafik: Stadt Hagen

Wie aus der siebzehnten Corona-Wochenstatistik der Stadt Hagen hervorgeht, die diesmal für den Zeitraum von 22. bis 28. Juni vorliegt, kann das Hagener Gesundheitsamt mittlerweile bei vielen neuen Ansteckung die Quelle zurückverfolgen. Bei nur noch 16,7 Prozent (Vorwoche: 30,2 Prozent) der Ansteckungen kann die Infektionsquelle nicht ermittelt werden, sie sind „diffus“. Die Zahl der Personen, die sich am Arbeitsplatz angesteckt haben, ist wieder deutlich auf 5,6 Prozent (Vorwoche: 15,1 Prozent) gesunken. Erstaunlich: Ebenfalls 5,6 Prozent (Vorwoche: keine) der Ansteckungen sind auf Schulen und Kitas zurückzuführen, obwohl seit dem 21. Juni keine neuen Quarantänemaßnahmen aus Kitas und Schulen gemeldet wurden. Keine neuen Ansteckungen konnten jedoch weiterhin auf den medizinischen und pflegerischen Bereich oder Gemeinschaftseinrichtungen zurückgeführt werden. Mit 72,2 Prozent (Vorwoche: 54,7 Prozent) steigt die Zahl der Ansteckungen im privaten Umfeld, also beispielsweise zu Hause in der Familie oder bei Treffen mit Freund*innen und Verwandten, deutlich an.

In der Kalenderwoche 25 untersuchten Labore im Rahmen des Infektionsschutzes 407 vom Gesundheitsamt entnommene Hagener Corona-Proben (Vorwoche: 638), von denen nur noch 13,8 Prozent (Vorwoche: 18,0 Prozent) positiv waren.

Kostenlose Schnelltests

Alle Bürger*innen in NRW haben die Möglichkeit, kostenlose Corona-Schnelltests durchführen zu lassen. Diese erfolgen durch medizinisch geschultes Personal in anerkannten Test-Centern. Testen lassen darf sich nur, wer keine Symptome hat und nicht direkte Kontaktperson einer*s Infizierten ist. In diesen Fällen sind hausärztliche Praxen oder das Gesundheitsamt zuständig. Sollte ein Schnelltest positiv sein, muss sofort ein PCR-Test in einer ärztlichen Praxis erfolgen.

In Hagen gibt es über 40 Test-Center – darunter auch eines in Wehringhausen. Vom 22. bis 28. Juni wurden an den Test-Centern insgesamt 18.882 (Vorwoche: 26.771) kostenlose Schnelltests durchgeführt. Bei keinem (Vorwoche: 4) wurde ein positives Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigt, 3 (Vorwoche: 3) Tests waren „falsch positiv“.

Kennzahlen zur Pandemie in Hagen in den vergangenen sieben Tagen

Alter7-Tage-Inzidenz aktuellVorwoche
Alle8,516,4
0-4 Jahre62,40,0
5-14 Jahre5,728,4
15-34 Jahre16,232,3
35-59 Jahre3,212,6
60-79 Jahre0,09,8
über 80 Jahre0,00,0
(Quelle: RKI)

Betrachtet man die dem RKI gemeldeten Zahlen der vergangenen sieben Tage in Bezug zum Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass diese beinahe in allen Altersgruppen gesunken sind. Allerdings gab es einen drastischen Anstieg der Inzidenz bei Kleinkindern bis 4 Jahren. Da deren Anteil an der Gesamtbevölkerung jedoch nicht sehr hoch ist, handelt es sich absolut betrachtet um „nur“ 6 Fälle. Bei älteren Personen über 60 Jahren gab es überhaupt keine neuen positiven Tests. Noch immer weit überdurchschnittlich betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene. Die beiden in dieser Woche in Hagen an Covid-19 verstorbenen Personen waren älter als 50, jedoch jünger als 60 Jahre.

(Grafik: Stadt Hagen)

Die Grafik „Häufigkeit der SARS-CoV-2-Mutanten“ der Stadt Hagen liefert ein etwas verzerrtes Bild der aktuellen Situation, da sie sich auf einen auch noch eine Tage zurückliegenden Vier-Wochen-Zeitrum bezieht. Tagesaktuelle bundesweite Zahlen belegen, dass die Delta-Variante mittlerweile in ganz Deutschland etwa die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht.

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Mit noch 62,3 Prozent (Vorwoche: 69,2 Prozent) waren im Vier-Wochen-Zeitraum 1 bis 28. Juni laut Angabe des Hagener Gesundheitsamtes zwar die mit Abstand meisten Neuinfektionen in Hagen weiterhin auf die Corona-Variante Alpha zurückzuführen, jedoch ist deren Gesamtanteil eine weitere Woche in Folge gesunken. Keine Infektionen in den betrachteten vier Wochen gingen mehr auf Beta oder Gamma zurück. Der Anteil der als besonders ansteckend geltenden, zuerst in Indien entdeckten Mutation Delta ist in dieser Betrachtung weiter auf 16,6 Prozent (Vorwoche: 12,2 Prozent) gestiegen. Bei 21,1 Prozent (Vorwoche: 18,7 Prozent) der positiven Tests konnte keine Mutation des Corona-Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden, was allerdings auch an einer nicht ausreichenden Virenmenge in der jeweiligen Probe liegen kann.

In den vergangenen sieben Tagen wurden dem RKI aus Hagen insgesamt 16 (Vorwoche: 31) Neuinfektion gemeldet. Die Wocheninzidenz liegt laut RKI heute bei 8,5 (Vorwoche: 16,4) und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 1. August 2020. Aktuell gelten in Hagen 41 (Vorwoche: 85) Personen laut Gesundheitsamt als ansteckend und befinden sich, wie auch ihre nächsten 57 (Vorwoche: 168) Kontaktpersonen, in Quarantäne.

In der vergangenen Woche sind in Hagen 2 (Vorwoche: 3) Menschen an Covid-19 gestorben. Die Gesamtzahl der Toten, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet wurden, steigt damit auf 322 seit Beginn der Pandemie.

Auf den Hagener Intensivstationen wurden in der vergangenen Woche täglich im Schnitt 1 (Vorwoche: 1) schwerkranke Covid-19-Patient:innen behandelt, von denen durchschnittlich 0 (Vorwoche: 0) invasiv beatmet werden mussten. Von den durchschnittlich 76 (Vorwoche: 78) Intensivbetten in Hagen standen täglich etwa 8 (Vorwoche: 6) zur Verfügung, was 10,5 Prozent (Vorwoche: 7,7 Prozent) entspricht. Weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten stuft das RKI als kritisch ein.

Laut Angaben der KVWL haben bislang 118.056 (Vorwoche: 112.440) Hagener*innen mindestens die erste Schutzimpfung gegen COVID-19 bekommen, was etwa 63 Prozent aller Hagener*innen sind. Vollständig geimpft sind nun 87.745 (Vorwoche: 78.486) Personen und damit rund 47 Prozent der Hagener Bevölkerung. In diesen Zahlen sind die Impfungen in hausärztlichen Praxen, im Hagener Impfzentrum und durch die mobilen Teams der KVWL (etwa in Pflegeeinrichtungen oder beim Rettungsdienst) enthalten. Impfungen, die in den Hagener Krankenhäusern, in privatärztlichen Praxen oder bei Betriebsärzt*innen erfolgt sind, sind nicht mit berechnet.

Alle Personen ab 18 Jahren können sich am Samstag, 3. Juli, und Sonntag, 4. Juli, im Hagener Impfzentrum jeweils zwischen 8.30 und 18 Uhr ohne vorherige Terminvereinbarung mit AstraZeneca impfen lassen. Mitgebracht werden müssen der Personalausweis oder ein anderes gültiges Ausweisdokument, die Krankenkassenkarte sowie, falls vorhanden, der Impfpass. Die Zweitimpfung finden am 1. September oder 2. September statt.

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Kitas und Schulen

Seit drei Wochen findet in Hagen wieder ein regulärer Betrieb in Kitas und Schulen statt. In der letzten Woche vor den Sommerferien kam es an keinen davon zu neuen Quarantänemaßnahmen.

Blick über die Stadtgrenze

Nach Angaben des RKI hat Hagen mit einer Inzidenz von 8,5 seit vielen Wochen die Spitzenposition aller 53 Landkreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen verlassen und befinden und nun auf Platz 8. Bundesweit belegen wir nur noch Platz 47 (Vorwoche: 17) der am stärksten betroffenen von allen 412 Städte/Kreisen.

Die durchschnittliche Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen ist laut MAGS nun die zehnte Woche in Folge gesunken auf jetzt 5,6 (Vorwoche: 6,4). Am stärksten betroffen ist der Hochsauerlandkreis (16,2), gefolgt von Soest (14,9) und Düsseldorf (10,5). In NRW liegen weiterhin alle 53 Kreise (Vorwoche: 0) unter 35 und unter 20. Auch fast überall in Hagens Nachbarschaft sind die Inzidenzen eine weitere Woche in Folge gesunken: Stadt Dortmund 6,6 (Vorwoche: 10,5); Kreis Unna 1,8 (Vorwoche: 3,8); Ennepe-Ruhr-Kreis 3,7 (Vorwoche: 3,4); Märkischer Kreis 8,5 (Vorwoche: 11,7).

Bundesweit ist die durchschnittliche Inzidenz ebenfalls erneut auf jetzt 5,0 (Vorwoche: 6,2) gesunken. In ganz Deutschland liegt nun keine Stadt und kein Kreis mehr über 35 (Vorwoche: 1). 42 (Vorwoche: 27) bzw. 10 Prozent der deutschen Städte und Kreise weisen nun sogar eine Inzidenz von 0 auf.

Regeln in Hagen

In Hagen gelten weiterhin die Regelungen der „Inzidenzstufe 1“ (unter 35) unter besonderer Berücksichtigung, dass auch die landesweite Inzidenz stabil unter 35 liegt.

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